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Ein Reetdachhaus wird neu belebt – AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland fördern Umsetzung

Das Projekt "Erhalt der Baukultur in den Landschaften Eiderstedt und Stapelholm" der AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland fördert den Fortbestand landschaftsprägender Gebäude. Jetzt fand eine Baustellenbesichtigung in Witzwort-Reimersbude statt.

Baustellenbesichtigung Witzwort

Witzwort-Reimersbude, 19.10.2013 – Die AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland fördern mit ihrem Leuchtturmprojekt „Erhalt der Baukultur in den Landschaften Eiderstedt und Stapelholm“ den Fortbestand traditioneller, regionstypischer Gebäude.

Fast 70 Eigentümer profitieren von Fördergeldern in Höhe von insgesamt 750.000€. Da auch die Öffentlichkeit Einsicht in das Projekt erhalten soll, boten die AktivRegionen gemeinsam mit dem begleitenden Büro RegionNord eine Baustellenbesichtigung in Witzwort-Reimersbude an. Mit über 20 Interessierten erzielte diese Besichtigung die höchsten Besucherzahl der bisher angebotenen Veranstaltungen.
Das Interesse ist verständlich, wenn man die riesige Dachfläche von insgesamt 1.000m² vor sich sieht. Das ist für die Eigentümer Thomas Daußmann und Achim Schmacks, als auch für Reetdachdeckermeister Reimer Dau und sein Team eine große Aufgabe.
Bei der Besichtigung der Baustelle berichteten die Eigentümer von ihrer Motivation gerade dieses Haus mit viel Engagement und (finanziellen) Aufwand möglichst authentisch und gleichzeitig modern zu erhalten.
Faszinierend ist es zu hören, wie die Eigentümer von dem Lernprozess der Sanierung erzählen. Als sie das
Gebäude vor fast vier Jahren erwarben, standen sie vor einem alten Haus, dem man seine über 150-jährige Geschichte förmlich ansehen konnte. Nach der Betriebsaufgabe durch den Vorbesitzer stand die Immobilie zunächst leer, ein Schicksal, wie es zahlreiche ältere Gebäude im ländlichen Raum ereilt. Doch diese Immobilie wurde und wird mit viel Hingabe vor dem Verfall gerettet und einer neuen Nutzung zugeführt. Das Haupthaus wurde bereits neu eingedeckt und dient mittlerweile wieder Wohnzwecken. Von außen wurde der Haubarg möglichst nah am Ursprung erhalten. So konnte die alte Haustür auch weiterhin erhalten werden. Innen zeigt sich, wie man geschickt auch heute in alten Gemäuern leben kann, ohne auf moderne Technik und Ausstattung zu verzichten. Ein schönes Beispiel ist die Wahl der Energieversorgung. Das Haus wurde an eine Erdwärmeleitung angeschlossen, so können regenerative Energien genutzt werden. Neben der neuen Energieversorgung treffen im Innenbereich moderne Ausstattungselemente, wie die neue Küche oder Glastüren auf altes, bewusst offengelassenes Gebälk. So entstehen interessante Kontraste zwischen Alt und Neu.

Die Bauherren haben zu Beginn der Baumaßnahme erkannt, dass die Sanierung eines Haubarges nicht ohne professionelle Unterstützung zu leisten ist. Um das Haus originalgetreu zu Sanieren berät eine Fachfirma bei der Umsetzung. Das Gebäude wurde in der Zwischenzeit als einfaches Baudenkmal eingetragen, wodurch weitere Fördergelder über die „Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft“ akquiriert werden konnten.
Aktuell nutzen die Bauherren die Fördergelder der AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland für die Neueindeckung der Scheune. Hier sollen neue Ausstellungsflächen für die Kunstwerke von Achim Schmacks entstehen.

Nicht nur die interessierten Gäste der Besichtigung sind begeistert von den Arbeiten an dem alten Reetdachhaus, auch die Unterstützer und Initiatoren des Projektes, die IG Baupflege Nordfriesland und der Förderverein Landschaft Stapelholm, blicken stolz auf die sinnvoll genutzten Fördergelder. Hier kann man sehen, wie heute ein Leben in historischen Gebäuden aussehen kann und wie sie mit Leben gefüllt werden können.

Förderung LPLR alt