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Trauung als feierlicher Höhepunkt

Die Straße zur St. Marienkirche in Delve wurde nach historischem Vorbild erneuert. Das mit EU-Mitteln unterstützt Projekt weihte Bürgermeister Hans-Peter Maaß jetzt gemeinsam mit Helmi Rau, Bürgermeisterin von Hollingstedt, ein.

Nach der Trauung musste das glückliche Paar einige Prüfungen auf dem neuen Brutgang bestehen.
Nach der Trauung musste das glückliche Paar einige Prüfungen auf dem neuen Brutgang bestehen.

Delve Der „Brutgang“ wurde mit Mitteln der AktivRegion Eider-Treene-Sorge saniert. Höhepunkt der feierlichen Einweihung war die Trauung eines Brautpaares mit anschließendem Gang der Hochzeitsgesellschaft über das neue Pflaster. So wurde die historisch bedeutsame Straße gleich mit ihrer ureigenen Aufgabe vertraut gemacht.

Der „Brutgang“ führt von der Süderstraße direkt zur St. Marienkirche. Seit jeher wurden auf ihm die Bräute zur kirchlichen Trauung geführt. Nach Aussagen von Zeitzeugen sei die Straße ursprünglich mit Kopfsteinpflaster befestigt gewesen, erklärte der Delver Bürgermeister Hans-Peter Maaß. Auf einem etwa 1,4m breiten mit Mauersteinen gelegten Fußweg in der Mitte seien dann die Hochzeitsgesellschaften gelaufen. Gemeinsam mit Helmi Rau, Bürgermeisterin von Hollingstedt und stellvertretende Vorsitzende des Delver Kirchenvorstandes, führte er die Gäste durch den geselligen Nachmittag. Maaß erzählte rückblickend, dass in den 1960er Jahren Baumaßnahmen zu einer Veränderung der Straßenoberfläche geführt hätten. Der „Brutgang“ habe damals eine Asphaltdecke erhalten, die in den folgenden Jahrzehnten immer weiter in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

Tatsächlich ist die Idee zur Wiederherstellung des ursprünglichen Straßenbildes bei Bauarbeiten im Jahr 2012 entstanden. Im Zuge der Sanierung des anliegenden Regenwasserkanals hat die Gemeindevertretung beschlossen, die Straße wieder nach historischem Vorbild zu gestalten. Jetzt erstrahlt der Mittelgang mit roten Pflasterklinkern in neuem Glanz. Er ist mit hellgrauen Betonpflastersteinen eingerahmt. Poller aus Naturstein, ein behindertengerechter Zugang zur Kirche und eine verbesserte  Straßenbeleuchtung runden das Bild ab.

Passend zu Raus Wunsch, dass noch viele glückliche Brautpaare über den wieder hergestellten „Brutgang“ schreiten mögen, fand im direkten Anschluss die erste Trauung statt. Wie es die Tradition verlangt, führte der Brautvater seine Tochter über die Straße bis in die Kirche. Dort erwartete sie bereits der Bräutigam. Nach der Trauung im engeren Familienkreis vermischten sich die Besucher der Eröffnungsfeier mit den Hochzeitsgästen. Die Getrauten hatten auf dem neuen Pflaster einige Herausforderungen zu bestehen. Darunter waren gemeinsames Riesenbrezelbeißen und ein Zielschießen mit einer alten Wasserpumpe der Feuerwehr. Bürgermeister Hans-Peter Maaß wünschte dem glücklichen Paar mit einem Blumenstrauß alles Gute für die Zukunft.

Das Projekt „Brutgang Delve“ durch die AktivRegion Eider-Treene-Sorge mit 55 % der förderfähigen Nettokosten unterstützt. Die Beratung durch Regionalentwickler Hauke Klünder von der Eider-Treene-Sorge GmbH ergab für die Gemeinde die Möglichkeit, auf Rückflüsse aus der vergangenen Förderperiode zu setzen. Das Kooperationsprojekt mit der Kirchengemeinde Delve und dem Fremdenverkehrsverein Delve e.V. hat die kultur-historische Aufwertung im Bereich der Kirche zum Ziel. Ein weiterer Mehrwert besteht in der Aufwertung des Ortsbildes für Tagestouristen und Hochzeitsgesellschaften – damit verbunden ist wiederum eine Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten für Gastronomen und Ferienwohnungsvermieter.

Die nach historischem Vorbild sanierte Straße wurde an diesem Tag festlich geschmückt.
Die nach historischem Vorbild sanierte Straße wurde an diesem Tag festlich geschmückt.
Förderung LPLR alt