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AktivRegion Südliches Nordfriesland: Strategiepapier ist „Bibel für die nächsten sieben Jahre“

Die AktivRegion Südliches Nordfriesland bewirbt sich erneut als AktivRegion / Ganz Husum jetzt Mitglied im Vorstand

Uelvesbüll Die AktivRegion Südliches Nordfriesland hat gemeinsam mit zahlreichen Akteuren eine neue Integrierte Entwicklungsstrategie (IES) erarbeitet, die als Grundlage für die Arbeit bis 2023 dienen soll. Mit der Strategie hat der Vorstand auch Empfehlungen über die zukünftigen Förderbedingungen und -quoten an die Mitgliederversammlung gegeben. Diese hat jetzt positiv darüber entschieden.

Mit den Worten „Das ist jetzt unsere ‚Bibel‘ für die nächsten sieben Jahre“, begrüßte Claus Röhe, Vorsitzender des Vereins, den Entwurf der IES. Diesen präsentierte Sabine Müller von der Eider-Treene-Sorge GmbH der achten Mitgliederversammlung der AktivRegion. Die Formulierung Röhes richtete sich auf die strategischen Ziele für die kommende EU-Förderperiode. Denn die von der Eider-Treene-Sorge GmbH erstellte Strategie bildet das regionale Profil mit seinen Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenzialen ab. Das mehr als 70 Seiten starke Papier dient als Bewerbungsunterlage für die erneute Anerkennung als AktivRegion. Wird diese durch das Land Schleswig-Holstein erteilt, stehen dem Südlichen Nordfriesland in den Jahren 2015 bis 2023 etwa 2,86 Mio. Euro Fördergelder zur Verfügung. Bei der zukünftigen Bewertung von Projektanträgen wird sich der Vorstand nach der IES richten.

Röhe zeigte sich erfreut über die zahlreichen Teilnehmer, schließlich sei es „die wichtigste Sitzung für die neue Förderperiode“. Mit der Integrierten Entwicklungsstrategie entschieden die Mitglieder auch über die Förderquoten und -bedingungen, die in den kommenden Jahren gelten sollen. Hier empfahl der Vorstand einige Änderungen, etwa bei den möglichen Projektträgern. Sie sollen in drei Gruppen unterteilt werden: Für öffentliche Projekte ist eine bis zu sechzigprozentige Förderung der Nettosumme mit EU-Mitteln angedacht. Das sind fünf Prozent mehr als in der vergangenen Förderperiode. Neu ist eine Unterscheidung bei privaten Antragstellern: Diese werden entsprechend ihrer Gemeinnützigkeit eingeordnet.

Gemeinnützige Einrichtungen, beispielsweise Vereine und Verbände, können ebenfalls auf sechzig Prozent Unterstützung mit Fördergeldern hoffen. Projekte sonstiger privater Träger sollen bis zu vierzig Prozent Förderung erhalten können. Weil die EU generell  eine Kofinanzierung mit öffentlichen Mitteln fordert, wird für private Projektträger ein sogenanntes Regionalbudget eingerichtet. Für dieses stellen die kommunalen Partner der AktivRegion voraussichtlich jährlich 20.000 € zur Verfügung. Diese Summe wird vom Land noch einmal verdoppelt und bildet dann die öffentliche Kofinanzierung von 20% der jeweiligen Fördersumme. Die entsprechenden Beschlüsse der Partner sollen in den kommenden Wochen gefällt werden. Die Regionalmanagerin der AktivRegion, Hanna Fenske, machte deutlich: „Das ist eine deutliche Besserstellung für private Projektträger.“

Einen zusätzlichen finanziellen Anreiz verspricht die Strategie besonders engagierten Vorhaben. Qualitativ hochwertige Projekte öffentlicher Träger können zusätzlich 10-20% an EU-Geldern erhalten. Die Bewertungskriterien hierfür gibt die Strategie vor: Ein wichtiger Maßstab ist beispielsweise der konstruktive Umgang mit den Herausforderungen des demografischen Wandels. Aber auch besonders innovative Projekte oder solche mit einem großen Wirkungskreis können hier punkten. Dabei gilt für alle Projekte gleichermaßen eine pauschale Deckelung der Gesamtfördersumme von 100.000€.

Grundvoraussetzung für die Annahme von Projekten durch den Vorstand der AktivRegion und die Bewilligung durch das Landesamt ist, dass sie den Zielen der Integrierten Entwicklungsstrategie entsprechen. Zu den vier Förderschwerpunkten des Landes – Klimawandel und Energie, Innovation und Wachstum, Nachhaltige Daseinsvorsorge und Bildung – hat das Südliche Nordfriesland ein Profil mit regionalen Kernthemen entwickelt (s. Grafik). In diese sollen sich alle zukünftigen Projekte, öffentliche wie private, einpassen.

Beispielhaft für die Arbeit der zurückliegenden EU-Förderperiode rief Hanna Fenske einige erfolgreiche Projekte in Erinnerung. Hier wurde unter anderem der Skaterpark in Olderup genannt, dessen Bau die örtlichen Jugendlichen selbst initiiert und in die Gemeinderatssitzung gebracht haben. Der Einsatz der Jugendlichen, so Fenske, sei vorbildlich und habe gezeigt, was mit echtem Engagement möglich sei. Auch der Kiosk an der Vollerwieker Badestelle konnte von der AktivRegion profitieren. Er wurde mit EU-Mitteln erweitert; so konnte die Saison auf Eiderstedt verlängert werden.

Auf der Mitgliederversammlung der AktivRegion wurde der Vorstand neu gewählt. Als neue Wirtschafts- und Sozialpartner im Vorstand begrüßte der Vorsitzende Röhe die St. Christian Diakonie Eiderstedt gGmbH und Horizonte Husum. Von kommunaler Seite ist die Stadt Husum jetzt als ganze Gemeinde neu im Vorstand.

Claus Röhe stellt den Mitgliedern der AktivRegion die neue IES vor.
Claus Röhe stellt den Mitgliedern der AktivRegion die neue IES vor.
Die Grafik zeigt die Förderschwerpunkte und die dazugehörigen Kernthemen und strategischen Ziele.
Die Grafik zeigt die Förderschwerpunkte und die dazugehörigen Kernthemen und strategischen Ziele.