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AktivRegion Eider-Treene-Sorge bewirbt sich auf Fördermittel

Mitglieder beschließen über neue Strategie/Wettbewerb im Bereich Daseinsvorsorge.

Erfde-Bargen Die AktivRegion Eider-Treene-Sorge hat in einem umfangreichen Beteiligungsprozess eine neue Integrierte Entwicklungsstrategie (IES) erarbeitet, die als Grundlage für die Arbeit bis 2023 dienen soll. Mit der Strategie hat der Vorstand auch Empfehlungen über die zukünftigen Förderbedingungen und -quoten an die Mitgliederversammlung gegeben. Diese hat jetzt positiv darüber entschieden.

Sabine Müller von der Eider-Treene-Sorge GmbH präsentierte den Mitgliedern der AktivRegion am Mittwoch den Entwurf der Strategie. Sie dient als Bewerbungsunterlage für die erneute Anerkennung als AktivRegion. Wird diese durch das Land Schleswig-Holstein erteilt, stehen der Region in den Jahren 2015 bis 2023 etwa 2,86 Mio. Euro Fördergelder zur Verfügung. Das mehr als 70 Seiten starke Papier bildet das regionale Profil mit seinen Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenzialen ab. Marianne Budach aus dem Geschäftsführenden Vorstand ist mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden. „Damit haben wir eine wirklich gute Grundlage, um die Region weiterzuentwickeln“, erklärte Budach.

Zu den landesweiten Schwerpunkten – Klimawandel und Energie, Nachhaltige Daseinsvorsorge, Wachstum und Innovation sowie Bildung – hat die AktivRegion gemeinsam mit mehr als 300 Akteuren ein regionales Profil ausgearbeitet. Akzente setzt die Region etwa beim Schwerpunkt Innovation und Wachstum. Hier setzt die Region mit den drei Flüssen im Namen auf ihr Markenzeichen: den nachhaltigen Natur- und Kulturtourismus. Beispiele wie die touristische Vermarktung des Kanugebiets Eider-Treene-Sorge zeigen, dass hier auf gute Erfahrungen aus der vergangenen Förderperiode aufgebaut wird. Auch die touristischen Imagefilme zum Thema „Mein Lieblingsplatz in der Flusslandschaft“, die im Oktober publiziert werden, sind hier wegweisend. Ein weiterer Fokus liegt auf innovativen Dienstleistungen und Produkten. Regionalmanagerin Sabine Müller wies auf die besondere Bedeutung dieses Themas hin: „Damit sprechen wir diejenigen an, die unsere Region voranbringen – die privaten Projektträger.

Diese sollen in der neuen Förderperiode in zwei Gruppen unterteilt werden: zum einen die Träger mit öffentlichem Interesse, beispielsweise Vereine und Verbände. Für sie gilt dieselbe maximale Förderquote wie für öffentliche Träger, nämlich 60 Prozent der Nettokosten. Für Kooperationen zwischen AktivRegionen ist hier sogar das Einwerben weiterer 10 Prozent an Mitteln möglich. Private Projekte mit sogenannter Gewinnerzielungsabsicht können mit 30 Prozent der Nettokosten unterstützt werden. Weil die EU für private Projektträger generell eine Kofinanzierung mit öffentlichen Mitteln fordert, soll ein Regionalfonds eingerichtet werden. In diesen zahlen die kommunalen Partner der AktivRegion jährlich insgesamt 20.000 € ein. Die Summe wird vom Land noch einmal verdoppelt und bildet dann die öffentliche Kofinanzierung.

Spannend wird es im Bereich der Nachhaltigen Daseinsvorsorge. Hier will die AktivRegion einen Umsetzungswettbewerb ausschreiben, an dem alle öffentlichen Projektträger teilnehmen können. Von den Bewerbern sollen die fünf besten Konzepte jeweils 125.000 € an Fördermitteln aus dem Grundbudget der AktivRegion für Umsetzungsmaßnahmen erhalten. Die Mindestinvestition muss 250.000 € brutto betragen. Damit eine hohe Qualität gewährleistet wird, ist die Teilnahme zudem an konzeptionelle Gutachten gekoppelt. So wird ein wichtiger Anreiz für Kommunen geschaffen, sich konkrete Gedanken um zukunftsfähige Lösungen zu machen. Hauke Klünder, der die ländliche Region als Projektentwickler betreut, weiß: „Daseinsvorsorge ist das Thema in jedem Dorf, das hat uns der Beteiligungsprozess der vergangenen Monate noch einmal deutlich vor Augen geführt.“ Ob Ärztemangel, Mobilität oder die Auswirkungen des demografischen Wandels, auf diesem Gebiet gebe es mehr als genug zu tun, so Klünder. Der Wettbewerb sei ein geeignetes Mittel, um hier gemeinsam Lösungen zu finden.

Grundvoraussetzung für den Wettbewerb ist – wie für die Umsetzung aller übrigen Projekte – die erneute Anerkennung als AktivRegion. Erst wenn diese erfolgt ist und die erste Vorstandssitzung stattfindet, kann mit der Projektarbeit begonnen werden. Bis zum 30. September dieses Jahres können sich die 22 AktivRegionen Schleswig-Holsteins mit einer Integrierten Entwicklungsstrategie erneut beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume bewerben. 

Mit Jann Peter Büddig wurde ein langjähriges Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstands verabschiedet. Büddig war bereits seit der Zeit von Leader+ im Vorstand der AktivRegion tätig und hat sich stets mit viel Engagement eingebracht. Als kleine Erinnerung an – und großen Dank für – die gemeinsame Arbeit erhielt er einen einen Treenekorb mit Spezialitäten aus der Region.

Der Geschäftsführende Vorstand (v.l.n.r.) präsentiert die neue Strategie: Jann Peter Büddig, Marianne Budach und Stefan Ploog freuen sich auf die neue Förderperiode.
Der Geschäftsführende Vorstand (v.l.n.r.) präsentiert die neue Strategie: Jann Peter Büddig, Marianne Budach und Stefan Ploog freuen sich auf die neue Förderperiode.