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Wenn die Ampel auf „Grün“ steht, kann die AktivRegion loslegen

Südliches Nordfriesland stellt Weichen für die Zukunft/Vermietungssystem für E-Bikes vorgestellt.

Mildstedt Nicht nur die erneute Anerkennung als AktivRegion war an diesem Tag Thema. In der 29. Vorstandssitzung der AktivRegion wurde unter anderem ein Vermietersystem für E-Bikes vorgestellt. „Unser Ziel ist die komplette Vernetzung der Schleswig-Holsteinischen Radwege mit Mietstationen“, erklärte Bernd Schmidt vom Zweirad-Haus Probstei dem Vorstand. Der Fachmann für die Vermietung von Elektrorädern nutzte die Gelegenheit, um die Vorteile der touristischen Nutzung von E-Bikes in der Region vorzustellen. „Nicht nur bei Gästen älteren Semesters werden Elektrofahrräder immer beliebter“, teilte Schmidt den Anwesenden mit. Auch Familien mit Kindern gehörten mittlerweile zur festen Zielgruppe.

Das Händlergestützte Vermietersystem „Fahrradferienland“ hat neben der landesweiten Vermietung unter anderem einen Reparaturservice und fertige Touren per mitgeliefertem Navigationsgerät zu bieten. Auf der Homepage stellen sich die teilnehmenden Touristiker vor. Stützpunkte gebe es bereits auf Nordstrand und in Husum, auf Eiderstedt sei man noch auf der Suche. Unter anderem war Herbert Lorenzen, Amtsdirektor von Eiderstedt und stellvertretender Vorsitzender der AktivRegion, sichtlich angetan von der Idee. Er sei zuversichtlich, dass sich geeignete Partner auch auf Eiderstedt finden würden, so Lorenzen.

Der Vorsitzende der AktivRegion, Claus Röhe, berichtete über die Jubiläumsfeier „15 Jahre Eider-Treene-Sorge GmbH“, bei der auch die neuen Imagefilme mit dem Titel „Mein Lieblingsplatz in der Flusslandschaft“ präsentiert wurden. Die Kurzportraits sind im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Nachbarregion Eider-Treene-Sorge, der „Marketingoffensive“, entstanden. Die Trägerschaft für das Projekt, bei dem 16 Tourismusvereine der Region zusammenarbeiten, hat Friedrichstadt übernommen. Die Filme könnten jetzt im Internet angeschaut werden, gab Röhe bekannt. Zwei der sympathischen Streifen – gedreht in Schwabstedt und Sorgwohld – sahen sich die Vorstandsmitglieder im Anschluss an die Sitzung gemeinsam an.

Zwei Projektrückzüge gab der Vorsitzende für die auslaufende Förderperiode bekannt, zum einen die „Attraktivitätssteigerung der Meerwasserfreibades Tönning“. Hier seien durch eine Studie der FH Westküste bessere Alternativen zur geplanten Wärmeaufbereitung erarbeitet worden. Die Umsetzung im Bewilligungszeitraum sei jedoch nicht mehr möglich. Zurückgezogen wurde auch die „Grillhütte Ostenfeld“: Die Ausschreibung hatte höhere Investitionen ergeben, als anfangs angenommen.

Zum Sachstand der erneuten Bewerbung der AktivRegion stellte Röhe einige Änderungen vor, die das MELUR für die Integrierte Entwicklungsstrategie gefordert hatte. Unter anderem wurden weitere Bewertungskriterien für überregionale Kooperationsprojekte integriert. Das Bewerbungsverfahren als AktivRegion sei übrigens in vollem Gange, teilte Röhe mit. Eine Kommission aus MELUR, LLUR und externen Prüfern arbeite derzeit an der Bewertung der eingereichten Bewerbungen – in Schleswig-Holstein sind es insgesamt 22 – nach einen Ampelsystem. Wenn die Ampel auf „grün“ stehe, könne das LAG-Management neu ausgeschrieben werden. Dann könne man 2015 schnellstmöglich mit der Arbeit beginnen.

Die Regionalmanagerin der AktivRegion legte den Anwesenden den Sachstand zum Europäischen Meeres- und Fischereifonds dar. Etwa 40.000 € jährlich stünden einer sogenannten Lokalen Aktionsgruppen Fischerei (FLAG) bei erfolgreicher Bewerbung zur Verfügung, so Fenske. Damit auch teurere Großprojekte gefördert werden könnten, sei die Möglichkeit in Aussicht gestellt worden, Mittel landesweit zu „poolen“, sprich: zusammenzulegen. In der neuen Förderperiode könnte der Fördertopf für die Fischwirtschaftsgebiete Tönning, Husum und Nordstrand interessant werden. Wenn Bedarf besteht, möchten sich die drei Gemeinden mit einer gemeinsamen Strategie bewerben.
 
Der Vorstand beschloss, sich in eigener Trägerschaft für einen „Kulturknotenpunkt“ zu bewerben. Ziel eines solchen Knotenpunktes wäre es laut Ausschreibung des Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa, „Kerne kultureller Infrastruktur insbesondere im ländlichen Raum zu erhalten und abzusichern“. Dafür stellt das Ministerium erfolgreichen Bewerbern jährlich 20.000 € für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung. Man müsse sich jedoch bei allem kulturellen Potenzial der Region bewusst sein, das stellte Herbert Lorenzen klar, dass nicht nur der Ort, sondern auch die Aufgaben eines solchen Kulturknotenpunktes klar definiert werden müssten.

Zur 29. Vorstandssitzung brachte Fahrradverleiher Bernd Schmidt Anschauungsmaterial mit.
Zur 29. Vorstandssitzung brachte Fahrradverleiher Bernd Schmidt Anschauungsmaterial mit.