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"VisitGudenå" besucht Eider-Treene-Sorge-Region

Eine Delegation aus dem zentralen Jütland kam für drei Tage zu Besuch in die Flusslandschaft. Sie vertritt sieben dänische Kommunen mit dem touristischen Projekt „Visit Gudenå“.

Die ProjektGruppe "VisitGudenå" mit Fährmann Uwe Paulsen und Übersetzer Edgar Lork aus Lürschau.zoom
Die ProjektGruppe "VisitGudenå" mit Fährmann Uwe Paulsen und Übersetzer Edgar Lork aus Lürschau.

Erfde-Bargen Der Fluss Gudenå ist mit 160 Kilometern der längste Fluss in Dänemark. Er soll interessanter für Natururlauber wie Kanuten, Wanderer und Angler werden.
 
Ziel des Projektes ist es, den Fluss als zusammenhängendes Touristenziel zu vermarkten und die touristische Wertschöpfung in den sieben Kommunen an der Gudenå zu steigern. Ein wichtiger Ansatz ist die Orientierung an positiven Beispielen und der Aufbau eines Netzwerks im In- und Ausland. „Wir kommen zu euch, um zu sehen, wie man Wasserwege touristenfreundlich nutzen kann“, erklärte Nadia Mogensen vom Tourismusbüro Visit Viborg. Als die Anfrage aus Dänemark an die Eider-Treene-Sorge GmbH herangetragen wurde, habe er sich sehr gefreut, so Yannek Drees, zuständig für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. 
 
„Wir haben viele Gemeinsamkeiten mit der Region um den Fluss Gudenå“, so Drees. Bei Telefonaten habe sich schnell herausgestellt, dass beide Regionen viel voneinander lernen können. Nur ein Beispiel ist die Infrastruktur für Kanuten. Diese wurde in der Eider-Treene-Sorge-Region in den vergangenen Jahren ausgebaut und einheitlich gestaltet. Die zahlreichen Kanueinsatzstellen, Schilder – die „Gelbe Welle“ etwa weist in der ganzen Flusslandschaft land- und wasserseitig auf Einsatzstellen hin – und Karten nahmen die Dänen genau unter die Lupe. Unter anderem besuchten Sie die Steganlagen in Bargen und in Pahlen und trafen Kanuverleiher wie Vertreter aus Tourismus und Regionalentwicklung.
 
Bei der Gestaltung der Rundreise durch das Dreistromland wurde das regionale Netzwerk voll ausgeschöpft. Die Begrüßung übernahm Uwe Paulsen, Fährmann bei der Bargener Fähre und, wie Drees ihn beschreibt, „ein echter Fachmann“ für die Eider, den Fluss, der der Gudenå von der Größe her am nächsten kommt. In Pahlen nutzte Volker Schulz von der ansässigen Bootsschule die Gelegenheit, um den skandinavischen Nachbarn seine neuesten Ideen zu präsentieren. Diese sind bei weitem nicht nur für das Wasser gedacht: Mit dem Elektroroller etwa können Urlauber fast geräuschlos in die Naturschutzgebiete rund um die Eider fahren – eine ganz neue Erfahrung, denn damit stört und verscheucht man die vielen Tiere nicht mehr und kann diese in Ruhe beobachten.

Ein Besuch bei der Naturschutzstation Bergenhusen durfte nicht fehlen. Schließlich lieben viele Dänen die imposanten Vögel – in Jütland gibt es nur sehr wenige von ihnen. In Schwabstedt warteten schon Birgit Pauli und Diane Grunow, die sich einen Trailer mit Stand-up-Paddelbrettern angeschafft haben. Unter dem Namen SUP-Port vermieten sie ab dieser Saison die Paddelbretter auf Eider und Treene. Annemarie Kvist, Entwicklungsberaterin bei der Entwicklungsgesellschaft Midtjysk Turisme, traute sich bei einer steifen Brise aufs Surfbrett. Gerd Delle von der DLRG Schwabstedt war auch vor Ort, wurde aber nicht gebraucht – Kvist paddelte unter Applaus heil ans Ufer zurück. „Das macht wirklich spaß“, bekannte die Beraterin, die gut Deutsch spricht.

Zahlen und harte Fakten zum Tourismus lieferte am Folgetag Marianne Budach von der Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland in Tarp. Bevor die Projektgruppe den Eulenwanderpfad bei Tarp testen konnte, stellte Budach die neu gegründet Touristische Arbeitsgemeinschaft vor, die aus den regelmäßigen Arbeitskreisen der 14 lokalen Tourismusvereine entstanden ist. 4830 Betten werden in der Region angeboten – diese werden jährlich für ca. 1,1 Mio. Übernachtungen und 2 Mio. Tagesgäste genutzt. Von der Bruttowertschöpfung, die auf knapp über 100 Mio. € geschätzt wird, bleibt etwa die Hälfte in der Region – viele Gäste, so Budach, würden die Nähe zu den Umliegenden Städten wie Rendsburg und Schleswig, aber auch zu Nord- und Ostsee nutzen. Zwei ziele rundeten die Reise durch die Flusslandschaft ab: der innovative Pfadfinderhof "Tydal" und der Campingplatz "Bauer Jensen", wo abschließend am warmen Ofen saftiges Grillgut genossen wurde.
 
Mit dem Besuch von „VisitGudenå“ in der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge ist die Zusammenarbeit keineswegs beendet. Das war beiden Partnern besonders wichtig. Im April werden Yannek Drees und Marianne Budach nach Skanderborg fahren und dort auf der Abschlusskonferenz von „VisitGudenå“ einen Vortrag zu neuen Ideen im Tourismusmarketing halten. Natürlich werden dort auch einige der Imagefilme „Mein Lieblingsplatz in der Flusslandschaft“ und die Vermieterportraits gezeigt, verrät Drees.