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Bürger feiern ihren Nahversorger

Ein neuer Defibrillator für die Badestelle/Maik Schultze kam mit dem MarktTreff-Mobil vorbei

Mehr MarktTreff geht nicht: MarktTreff-Betreiber Maik Schultze aus Wester-Ohrstedt besuchte seinen ehemaligen Chef Thies Hansen mit dem MarktTreff-Mobil.
Mehr MarktTreff geht nicht: MarktTreff-Betreiber Maik Schultze aus Wester-Ohrstedt besuchte seinen ehemaligen Chef Thies Hansen mit dem MarktTreff-Mobil.

Schwabstedt Gemeinsam mit den Betreibern hat die Gemeinde das zehnjährige Bestehen des MarktTreffs gefeiert. Auf der gesperrten Kirchenstraße gab es den ganzen Tag über Gegrilltes und selbstgebackenen Kuchen der Landfrauen, die Getränke spendierte die Gemeinde. Der Erlös vom Essensverkauf ging in die Spendenbox für einen neuen Defibrillator – der kann jetzt gekauft werden. In seinem Grußwort lobte Amtsvorsteher Ralf Heßmann das große Engagement für Flüchtlinge in der Region.
 
Bürgermeister Jürgen Meyer freut sich über die zahlreichen Gäste und machte gleich deutlich, warum der Nahversorger die Gemeinde lebenswerter macht: „Der MarktTreff ist unser Ortsmittelpunkt, hier kaufen wir ein und treffen uns. Weil es ihn gibt, muss niemand weite Wege auf sich nehmen, das meiste kriegt man hier.“ Vormittags betreue Peter Rathje die Tourist Informationen und jeden Dienstag, so Meyer, sei hier außerdem der Treffpunkt für die „Herrenrunde“. In der Bücherecke – hier gab es an diesem Tag eine Vorlesestunde mit dem „Schwabtstedter Jung“ Frenz Bertram – sitzen die Herren regelmäßig zusammen und klönen über Land und Leute. Die Regale an den Wänden sind mit Bücherspenden gefüllt, deren Verkaufserlös in die Spendenbox geht. An diesem Tag hatten sich die Veranstalter vorgenommen, die Summe für einen neuen Defibrillator endlich zu erreichen.
 
Knapp 700 Euro waren gegen Mittag in der Kasse, der neue Defi – er soll an der Badestelle stehen – kostet aber 960. Damit der Plan aufging, setzten sich Landfrau Erna Lorenzen und Yannek Drees von der Eider-Treene-Sorge GmbH ein. Zeitgleich zum Spendenaufruf am Mikrofon ging Erna Lorenzen mit dem Spendenbecher herum: Als Sie gerade zum zweiten Mal losgehen wollte, war die Summe für den neuen Defi schon übertroffen. Dass es so schnell ging, lag unter anderem am „Flachgeschenk“ des Amtes Nordsee-Treene, das Amtsvorsteher Ralf Heßmann überbrachte.
 
Dieser sprach Betreibern und Gemeinde seine Glückwünsche aus und übergab die finanzielle Unterstützung für die Spendenkasse. Dass Heßmann die Zeit für ein Grußwort fand, war an diesem Wochenende nicht selbstverständlich. Schließlich hatte das Land erst vor wenigen Tagen beschlossen, die Stapelholm-Kaserne im benachbarten Seeth zur Erstaufnahmeeinrichtung für 600 Flüchtlinge zu machen. Am selben Tag hatte es eine große Veranstaltung zur Bürgerinformation mit mehr als 450 Teilnehmern gegeben. Heßmann, der noch unter deren Eindruck stand, war sichtlich bewegt vom Engagement der Bürger: „So viele positive Reaktionen bei diesem Thema habe er noch nicht erlebt“, erklärte er. Trotz des Ärgers über die Informationspolitik des Landes packten dort viele Freiwillige mit an, so Heßmann weiter. Ein Banner mit der Aufschrift ‚Welcome to Seeth!‘ gebe den Ankommenden gleich ein gutes Gefühl. Auch Schwabstedt hat bereits Flüchtlinge aufgenommen, was der Amtsvorsteher sehr begrüßte. Wie die positive Aufnahme von Flüchtlingen, so Heßmann, funktioniere auch der MarktTreff nur mithilfe der Bürger.
 
Norbert Limberg vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume macht Mut für weitere 10 Jahre. In Schwabstedt, so Limberg, könne man sehen, dass MarktTreff-Konzept aufgehe. Dieses könne die Versorgungslücke auf dem Land aber nur schließen, wenn die Betreiber und die Bürger an einem Strang ziehen. Mit anderen Worten: Nur wenn das Angebot auch genutzt und im Ort gekauft wird, können sich die Läden halten. Wenn das in Schwabstedt weiterhin so gut klappt, könnte es noch mindestens 10 Jahre so weitergehen.
 
Was es bedeutet, wenn die Versorgung schlechter wird, wissen die Schwabstedter nur zu gut: Die örtliche Filiale der Sparkasse wurde geschlossen. Wer Geld holen möchte, muss ins Auto steigen oder den Bus nehmen. Im MarktTreff kann man zum Glück mit Karte zahlen.

Die Jüngsten malten Bilder vom Supermarkt, während die Großen die Grußworte hörten.
Die Jüngsten malten Bilder vom Supermarkt, während die Großen die Grußworte hörten.
Amtsvorsteher Rald Heßmann sprach Betreibern und Gemeinde Glückwünsche aus.
Amtsvorsteher Rald Heßmann sprach Betreibern und Gemeinde Glückwünsche aus.
Norbert Limberg vom LLUR machte Mut für weitere 10 Jahre MarktTreff in der Treenegemeinde.
Norbert Limberg vom LLUR machte Mut für weitere 10 Jahre MarktTreff in der Treenegemeinde.
Thies Hansen bedankte sich im Namen aller Betreiber bei den Gästen.
Thies Hansen bedankte sich im Namen aller Betreiber bei den Gästen.