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Vom Gefühl, eine Feder zu bewegen

Neuer Film über Elektromobilität

Hermann Böhrnsen ist einer der drei Darsteller im neuen Film.
Hermann Böhrnsen ist einer der drei Darsteller im neuen Film.

Erfde-Bargen Dieser Filmdreh ist eine ganz neue Erfahrung für Petra Bülow. Ungewohnt ist nicht die Kamera – die Bürgermeisterin von Hollingstedt stand schon als Model für eine Modekette vor der Linse. Neu dagegen ist das Elektroauto, das sie heute zum ersten Mal fahren soll. Bülow wirbt als eine von drei Protagonisten für das erste regionsweite Ladesäulennetz Schleswig-Holsteins.

„Wir wollen zeigen, was passiert, wenn jemand zum ersten Mal mit einem E-Auto fährt“, erklärt Yannek Drees von der Eider-Treene-Sorge GmbH Bülows Part. „Es geht uns insgesamt darum, die Fahrer authentisch zu zeigen. Wir wollen ja überzeugen und keine langweiligen Werbebotschaften verbreiten“, sagt Drees. Zwar kursierten im Netz durchaus Filme zum Thema, „aber niemand stellt den Menschen in den Vordergrund“, bemängelt Drees. „Mit einem technischen Fachvideo erreichen wir Normalsterbliche überhaupt nicht. Vor allem interessiert mich doch das Fahrgefühl – wie es eben ist, drin zu sitzen, Gas zu geben, zu tanken.“ Tatsächlich haben die meisten Menschen bisher keine Erfahrung mit der neuen Technik und sind daher in einer ähnlichen Situation wie Bülow.

Die ist sichtlich begeistert: „Man hat das Gefühl eine Feder zu bewegen“, staunt Bülow beim Losfahren. Und schon nach der kurzen Fahrt nach Friedrichstadt bekennt sie: „Also ich hab‘ das Gefühl, ich bin schon Eins mit diesem Auto.“ Der Kieler Produzent Malte Blockhaus hat alles mit der Kamera festgehalten. „Ich bin als Beifahrer mitgefahren und konnte aus nächster Nähe festhalten, wie Frau Bülow reagiert“, erklärt Blockhaus. Durch die sympathischen Darsteller, so Blockhaus weiter, habe der Film seine persönliche Stimmung erhalten.

In Wester-Ohrstedt ist das Stromtanken schon länger möglich. Maik Schultze, Chef des dortigen MarktTreffs, fährt bereits seit mehreren Jahren einen elektrischen Lieferwagen. Die Gemeinde stellt die hauseigene Ladestation auch seinen Kunden zur Verfügung. Schultze ist Verfechter des klimafreundlichen Fahrens. „Ich liebe diese Idee, den Strom vom Deich auf die Straße zu bringen“, sagt Schulze in einer Szene, während er das Ladekabel zusammenrollt.  Dann holt Schultze mit seinem Lieferwagen Erdbeeren bei einem regionalen Produzenten ab, bevor er sich abends  eine Currywurst-Pommes am Stand vor dem MarktTreff gönnt.

Dritter im Bunde ist Hermann Böhrnsen aus der Gemeinde Oha im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Er fährt privat mit Strom. „Wir haben uns im vergangenen Jahr dazu entschieden und gleich am Haus eine Ladebox installieren lassen,“ so Böhrnsen. Seine Frau und er können also entweder zuhause auftanken oder kostenlos an den neuen Stationen in der Nähe. Als er von dem Film erfuhr, war Böhrnsen gleich Feuer und Flamme. „Es ist doch richtig gut, wenn man mehr Menschen davon überzeugen kann“, weiß der leidenschaftliche Angler. Im Film fährt er mit dem E-Auto an die Treene bei Wohlde und wirft dort vor herrlicher Kulisse seine Rute aus.“ Man merkt: Auch die schöne Landschaft soll im Film nicht zu kurz kommen.

„Die Elektromobilität passt hervorragend in unsere naturnahe Region“, erklärt ETS-Geschäftsführer Karsten Jasper, „deshalb wollen wir einerseits Bürger, aber auch verstärkt Touristen ansprechen.“ Um mehr Menschen und Elektroautos in die Region zu bekommen, ist das Auftanken nicht nur kostenlos, es wird auch beworben. Die Eider-Treene-Sorge GmbH und ihre Gesellschafter haben 10 Elektroautos als Dienstwagen angeschafft, die mit Naturmotiven beklebt wurden. Bei einer Veranstaltung der Metropolregion Hamburg wird Jasper das Projekt im November einem Fachpublikum vorstellen. „Dort werde ich von unseren Erfahrungen berichten“, erzählt Jasper. Denn schließlich, so Jasper, sei die E-Mobilität nach wie vor Neuland und es gebe noch viel Abstimmungsbedarf – etwa zu unterschiedlichen Steckern, Bezahlsystemen und Online-Karten für die Tankstellen.

Das Projekt „E-Ladesäulen in der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge“ wurde umgesetzt mit Unterstützung der AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland.