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Elektrisch mobil zwischen Nord- und Ostsee

"EMONO" soll das Binnenland als Destination attraktiver machen und gleichzeitig Berührungsängste mit der Elektromobilität abbauen.

Mit "EMONO" sollen Touristen und Anwohner Elektroautos leihen können.
Mit "EMONO" sollen Touristen und Anwohner Elektroautos leihen können.

Silberstedt Urlaubsziel gewählt, Unterkunft gebucht und das E-Mobil gleich mit: Ein Projekt unter Trägerschaft des Amtes Eggebek soll das Binnenland als Destination attraktiver machen und gleichzeitig Berührungsängste mit der viel diskutierten Antriebstechnik abbauen. Zur Finanzierung des regionalen Vorhabens sagte jetzt die AktivRegion Eider-Treene-Sorge ihre Unterstützung zu.
 
Die Grundidee von „Elektrisch mobil zwischen Nord- und Ostsee“, kurz EMONO, ist einfach: Urlauber im Binnenland sollen durch den Aufbau eines Carsharing-Systems die Möglichkeit erhalten,  sich möglichst CO2-neutral zu bewegen. Teilnehmende Beherbergungsbetriebe erhalten zu vergünstigten Konditionen ein E-Auto mit Lademöglichkeit. Neben den eigenen Gästen sollen auch Einheimische vom neuen Angebot profitieren und die Autos stunden- oder tagesweise mieten können. Durch ein gemeinsames Marketing, die Akquise von Sponsoring-Partnern und die Entwicklung von Pauschalen soll der neue Service für alle Beteiligten ein Gewinn sein – Hoteliers und Tourist Informationen können mit einem neuen Service werben, Gäste sind im Urlaub umweltfreundlich mobil und die gesamte Region kann sich mit dem Thema profilieren.
 
Klimaschutzmanagerin Dr. Elena Zydek erklärte dem Vorstand der AktivRegion, warum Projekte wie EMONO so wichtig sind: „Derzeit reisen etwa 90% der Urlauber in Schleswig-Holstein mit dem Auto an“, so Zydek. Das daraus resultierende hohe Verkehrsaufkommen, so Zydek weiter, habe langfristige, negative Auswirkungen auf das Klima und trage zu einer erhöhten Feinstaubbelastung bei. Weil es starke Anreize für einen nachhaltigen Urlaub setzt, leistet EMONO einen wichtigen Beitrag zu den landesweiten Klimaschutzzielen“, so Zydek. Wichtig ist der Klimaschutzmanagerin auch das Angebot für Anwohner: „Die Idee kann auch bei unseren Bürgern Hemmnisse gegenüber der E-Mobilität abbauen. Die praktische Testmöglichkeit vor Ort und das positive Fahrerlebnis können sie überzeugen, damit sie das Erlebte in ihren Alltag integrieren“, ist Zydek überzeugt.
 
Dass sich der Ansatz auch ökonomisch lohnt, glaubt Christian Zehle vom Tourismusverein Viöl und Umgebung e.V.: „Der Gast wünscht sich solche Angebote, die Nachhaltigkeit des Reiseziels ist heute ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium“, so das Vorstandsmitglied. Für teilnehmende Hoteliers sieht Zehle daher große Vorteile. „Die Attraktivität steigt zudem deutlich, wenn ich diesen Service schon bei der Urlaubsplanung anbieten kann“, so Zehle. Durch die Vermietungseinnahmen und Sponsoring soll sich die Teilnahme für Hoteliers selbst tragen, sodass die Realisierung langfristig gesichert ist.
 
Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun. Zunächst gilt es attraktive Konditionen für Fahrzeuge und Ladesäulen auszuhandeln sowie Sponsoren zu gewinnen. Für die Zielmarke von 15 teilnehmenden Betrieben müssen auch diese für das Projekt begeistert werden. Auf dieser Grundlage sollen buchbare Pauschalen wie Schnupperwochenenden mit dem E-Mobil entwickelt und in lokale Buchungssysteme integriert werden. Einen hohen Stellenwert hat im Gesamtprojekt laut Zydek schließlich auch das Marketing, um das neue Angebot bei den Urlaubsgästen bekannter zu machen. Kostenpunkt: Von der Gesamtinvestition in Höhe von 99.805,00 Euro wollen die beteiligten AktivRegionen Eider-Treene-Sorge, Südliches Nordfriesland und Mitte des Nordens 61.950,00 Euro tragen – vorausgesetzt ist die Bewilligung durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Den größten Anteil beschloss die AktivRegion Eider-Treene-Sorge mit 43.365,00 Euro.