Eider-Treene-Sorge GmbH
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Entwicklungsagentur fördert Elektromobilität

Eider-Treene-Sorge GmbH baut erstes regionsweites Ladesäulennetz im Land.

Geschäftsführer Karsten Jasper, Regionalentwickler Joschka Weidemann und die Elektriker von Elektro Mückenheim aus Fockbek.
Geschäftsführer Karsten Jasper, Regionalentwickler Joschka Weidemann und die Elektriker von Elektro Mückenheim aus Fockbek.

Erfde-Bargen In der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge zwischen Flensburg, Husum, Schleswig, Rendsburg und Heide wird derzeit ein Netz aus elf Ladesäulen für Elektroautos errichtet. Eine der ersten steht in Bargen an der Eider, dem Sitz der Regionalentwicklungsagentur Eider-Treene-Sorge GmbH.

„Wir wollen mit unserer Region frühzeitig dabei sein, wenn der Umstieg auf Elektromobile in Schleswig-Holstein gemacht wird“, erklärt Geschäftsführer Karsten Jasper die Errichtung des ersten regionsweiten Ladesäulennetzes im Land. „Wenn wir einen ernsthaften Beitrag leisten wollen, müssen wir vorangehen“, so Jasper. Mit einer Förderung über die AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland werden elf 22kW-Ladesäulen in der ländlichen Region errichtet, vorwiegend in Zentralorten wie Hennstedt, Erfde, Fockbek, Kropp, Silberstedt, Mildstedt, Viöl, Tarp und Eggebek. Aber auch die von Touristen stark frequentierte Holländerstadt Friedrichstadt ist dabei. Hier steht die Elektrotankstelle schon auf dem Marktplatz.

Eher abgelegen ist der Standort Bargen an der Eider. Jasper weiß, warum die Säule hier sinnvoll ist: „Die Firma und ihre acht Gesellschafter haben insgesamt 10 E-Autos als Dienstwagen angeschafft. Allein durch diese ist unsere Säule gut ausgelastet.“ Zudem, so Jasper, kämen Teilnehmer der zahlreichen Sitzungen und Arbeitskreise häufig mit dem Elektromobil nach Bargen, da gerade Verwaltungen und Unternehmen schon ihre Flotte umgestellt hätten. Die Eider-Treene-Sorge GmbH selbst nutzt zwei BMW i3 für die Fahrten der Mitarbeiter.

Die Elektrotankstellen sollen aber nicht nur dem eigenen Haus einen Nutzen bringen, sondern auch den Bürgern. Diese können an den EU-geförderten Säulen kostenlos auftanken. Damit wollen die Regionalentwickler aus Bargen zusätzlich zu den Initiativen von Bund und Land ganz praktische Anreize schaffen, um die klimafreundliche Mobilität für die Menschen attraktiver zu machen. Projektmanager Hauke Klünder weiß: „Wenn wir einen ernsthaften Beitrag zur CO²-Reduktion leisten wollen, müssen wir mit gutem Beispiel voran gehen.“ Viel Potenzial sieht Klünder im Bereich der Daseinsvorsorge. Der Altersdurchschnitt auf dem Land steige zunehmend und andersherum ziehe sich wichtige Infrastruktur aus den Dörfern zurück, erklärt Klünder. „Die Wege für die Menschen werden weiter und mit dem Bus kommen sie nur unzureichend von a nach b.“

Immer mehr Gemeinden in Schleswig-Holstein machen sich deshalb auf den Weg, um die Mobilität durch eigene Initiativen zu verbessern. Dabei ist neben Bürgerbussen auch das Carsharing mit E-Autos ein Ansatz, wie etwa die Beispiele von Busdorf und Klixbüll zeigen. „Mit dem Ladesäulennetz wollen wir ähnliche Initiativen unterstützen, das bürgerschaftliche Engagement stärken und den ländlichen Raum lebenswert halten“, so Klünder. Ein Konzept für alternative Mobilitätslösungen erarbeiten die Ämter der Region derzeit gemeinsam. In den nächsten Wochen finden mehrere Zukunftswerkstätten statt, auf denen die Bürger ihre Bedarfe, Wünsche und Ideen einbringen.

Auch für den Tourismus erhofft man sich in der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge positive Effekte. So werden Gäste, die mit dem E-Mobil anreisen, in die Region gelockt. Damit das Ladesäulennetz und die besondere Attraktivität der Region für E-Mobil-Fahrer bekannt werden, gehört auch ein Marketingpaket zum Projekt: Unter anderem wurden die elektrischen Dienstwagen von Ämtern und Entwicklungsagentur mit Naturmotiven beklebt und auch ein Imagefilm ist in Planung. Für Geschäftsführer Karsten Jasper passt das Projekt ideal zur Region: „Der naturnahe Tourismus stellt hier einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Diesen zu stärken gehört neben der Daseinsvorsorge zu unseren Aufgaben.“ Mit dem Ladesäulennetz, so Jasper, bringe man beide zusammen.

Funktionstest der Ladesäule in Bargen.
Funktionstest der Ladesäule in Bargen.

Standort in Bargen