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Junge Küken bei den Geflügelzüchtern

Kindergarten besucht AktivRegion-Projekt

Es gab viel zu lachen: Hier macht ein Küken erste Flugübungen.
Es gab viel zu lachen: Hier macht ein Küken erste Flugübungen.

Garding Großes Gegacker und noch größere Augen – von beidem gab es eine Menge, als die Kinder des Evangelischen Kindergartens Garding das neue Gelände des örtlichen Geflügelzüchtervereins besuchten. Die Anlage wurde im vergangenen Jahr mit Hilfe der AktivRegion Südliches Nordfriesland neu gebaut.
 
Die Kleinen durften sich die verschiedenen Tiere vom kleinen Hühnerküken über eine ausgewachsene ‚Kingtaube‘, eine amerikanischen Verwandte unserer heimischen Tauben, bis zu einem schwarzen Hahn aus dem südamerikanischen Regelwald anschauen. Einige konnten sogar gestreichelt werden, dafür holte Kay von Dohlen sie extra aus dem Käfig. Von Dohlen ist der 1. Vorsitzende des Gardinger Geflügelzuchtvereins und sichtlich stolz auf die Anlage. „Die Idee gab es schon länger“, sagt Dohlen, „bis vor kurzem hatten wir aber keine Möglichkeit, sie umzusetzen.“ Der Innenbereich ist mittlerweile fertig gestellt, auf dem Außengelände sind die Arbeiten noch in vollem Gang. Zu den 8 Ställen entsteht jeweils eine Voliere. Außerdem möchte von Dohlen den Stall für Wassergeflügel auf dem hinteren Teil des Geländes einrichten und am angrenzenden künstlichen See Bänke für Besucher aufstellen.
 
Mit dem Bau der Zuchtanlage hat der Träger – die Stadt Garding – eine geeignete Nachnutzung für das stadteigene Grundstück der alten Kläranlage gefunden. Erbaut hat die Anlage der Geflügelzüchterverein – ehrenamtlich. Hier können die Mitglieder ihrem Hobby nachgehen, ohne die Nachbarn zu stören. Möglich wurde die Umsetzung durch die Förderung der AktivRegion Südliches Nordfriesland, die von den Gesamtkosten in Höhe von 43.000 Euro knapp 20.000 übernommen hat. Dadurch ist der Verein zukunftsfähig geworden, da ist sich von Dohlen sicher. „Jeder kümmert sich selbst um seine Tiere, aber die gemeinsame Anlage hat für alle viele Vorteile – zum Beispiel wenn mal einer krank ist, dann hilft immer jemand aus. Von Dohlen erklärt, warum das Konzept funktioniert: „Das hier ist ein Ort des Miteinanders, wir haben viele engagierte Mitglieder in allen Altersstufen“.

Der Verein ist mit 120 Mitgliedern, davon 26 Jugendliche, zahlenmäßig der stärkste in Schleswig-Holstein. Er hat das Ziel, alte Haushuhn- und Taubenrassen und somit Erb- und Kulturgut zu erhalten. Die kleinen Mitglieder sollen den verantwortlichen Umgang mit Tieren erlernen. Die erwachsenen Mitglieder stellen ihre Tiere nicht nur auf der jährlichen, kreisweit anerkannten Rassegeflügelschau mit ca. 500 Tieren zum Wettbewerb sondern auch auf Bundesschauen wie Hannover, Leipzig, Dortmund und Nürnberg aus. Dazu kommen viele eigene Veranstaltungen wie etwa das jährliche ‚Hahnenkrähen‘, aber auch Führungen für Besuchergruppen von Vereinen, Schulen und Kindertagesstätten – oder wie heute vom Evangelischen Kindergarten.

Beate Schindler vom Kindergarten erklärt das Projekt ‚Bi uns to huus‘: „Wir besuchen mit den Kindern alles, was es in Garding und Umgebung zu erleben gibt.“ Dabei geht es darum, die Wahrnehmung zu Fördern und die Region kennenzulernen. Die 3- bis 6-jährigen waren unter anderem auf dem Schäferhof in Westerhever und haben die Arbeit und die Tiere dort kennengelernt. „Die Kleinen sind sehr wissbegierig und freuen sich immer, etwas zu erleben“, erklärt Schindler. Deshalb habe sie sich sehr über die Einladung Kay von Dohlens gefreut. Der Besuch bleibt wohl nicht ohne Folgen. Denn von Dohlen möchte ein weiteres kleines Stallgebäude bauen, für das der Evangelische Kindergarten die Patenschaft übernehmen könnte – die Kinder könnten dann regelmäßig zum Beobachten und Füttern der Tiere kommen.