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Klimaschutz im Hochmoor - Stiftung Naturschutz lässt Wasserstand im Wilden Moor weiter steigen

Die Stiftung Naturschutz führt die Wiedervernässung des Stiftungslandes Wildes Moor in Schwabstedt, Kreis Nordfriesland, durch und leistet damit einen großen Beitrag zum Klimaschutz.

Wiedervernässung des Wilden Moores in Schwabstedt

Im Stiftungsland Wildes Moor bei Schwabstedt, Kreis Nordfriesland, wird der Wasserstand noch weiter steigen. Nach dem bereits im Frühjahr der Wasserstand angehoben wurde, ist jetzt wieder ein Bagger an verschiedenen Stellen in dem zur europäischen Schutzgebietskulisse Natura 2000 gehörenden Hochmoor unterwegs. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und die Naturschutzstation Eider-Treene-Sorge und West-küste in Bergenhusen werden abgesackte Erdstaue sanieren und ehemalige Entwässerungsgräben verschließen.
 
„Das Konzept zur Vernässung haben die Experten von der Naturschutzstation entwickelt und mit den lokalen Akteuren abgestimmt“, erklärt Gudrun Beuck, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz. Die ersten Vernässungsmaßnahmen tragen schon jetzt ihre Früchte: Die moortypischen Pflanzen, unten ihnen die verschiedenen Torfmoose, gedeihen mittlerweile wieder prächtig. Von mehr Wasser im Naturschutzgebiet profitieren aber auch Vögel, wie Bekassine und Großer Brachvogel. Sie sind bei der Nahrungssuche auf stocherfähige Böden angewiesen.
 
Mehr Wasser in dem rund 700 Hektar großen Moor ist aktiver Klimaschutz. Intakte Moo-re, mit ausreichend Wasser versorgt, speichern den Klimakiller CO2 und halten Nähr-stoffe zurück. Jährlich werden rund zehn Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes durch trockengelegte Moore verursacht. „Experten gehen davon aus, dass in Mooren 30 Prozent des globalen Kohlenstoffvorkommens auf dem Festland gespeichert sind“, erklärt Beate Lezius, Biologin an der Naturschutzstation Eider-Treene-Sorge und Westküste in Bergenhusen, die die Renaturierung leitet . „Damit ist die Wiedervernässung von Mooren nicht nur in Schleswig-Holstein ein elementarer Bestandteil im Kampf gegen den weltweiten Klimawandel.“

Finanziert wird die jetzige Baumaßnahme aus dem Programm „Schutz und Entwick-lungsmaßnahmen (S + E) des Landes“. Die Bedeutung der Moore für Schleswig-Holstein hat auch das Kieler Landwirtschaftsministerium erkannt und sein bereits seit 2002 laufendes Niedermoorschutzprogramm um einen Fonds für Hochmoorschutz, der bei der Stiftung Naturschutz verwaltet wird, erweitert.