Zur Startseite
Teaser

19 - Machbarkeitsstudie MarktTreff Delve-Wallen-Hollingstedt

Mit der Machbarkeitsstudie soll die Möglichkeit der Schaffung eines interkommunalen und multifunktionalen Dorfzentrums der drei Dörfer Delve, Hollingstedt und Wallen untersucht werden.

Die Gemeinde Delve mit 676 Einwohnern liegt im Amt Eider im nördlichen Dithmarschen in direkter Nähe zur Eider auf der Heide-Itzehoer Geest. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Gemeinden Hollingstedt mit 314 Einwohnern und die Gemeinde Wallen mit 32 Einwohnern, beide ohne Versorgungsfunktionen. In 7 km Entfernung liegt die zentralörtliche Gemeinde Hennstedt mit den grundsätzlichen Versorgungsfunktionen und in 18 km Entfernung die Kreisstadt Heide.
Die Gemeinde Delve möchte zur Sicherung einer nachhaltigen Daseinsvorsorge vor Ort und gemeinsam mit den Nachbargemeinden an der Machbarkeit eines MarktTreff-Modells arbeiten, um im interkommunalen Kontext eine gewisse Grundversorgung und den Erhalt der sozialen Dorfinfrastruktur sicherzustellen. Damit verbunden ist die Sicherung einer gewissen Erreichbarkeit von Versorgungsfunktionen für immobile Bürger, welche nur eingeschränkt möglich ist, wenn die Bürger z.B. immer nach Hennstedt fahren müssen.
Negative Entwicklung der Grundversorgung
Im Jahre 2011 schloss die Grundschule der Gemeinde Delve. Das seinerzeit dem Amt gehörende Gebäude wurde der Gemeinde Delve verkauft. In Delve stellte im Jahr 2015 der letzte verbliebene Lebensmittelladen seinen Betrieb ein. Dadurch waren zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine dazu gezwungen das Angebot in den umliegenden Gemeinden für Einkauf und Dienstleistung zu nutzen. Ende August 2016 wird die örtliche Bäckerei ersatzlos schließen. Die Schließung des Friseursalons ist altersbedingt kurzfristig zu erwarten, es gibt keinen Nachfolger. In einigen Jahren ist damit zu rechnen, dass der örtliche Fleischer ersatzlos schließt. Es gibt zwei Gasthöfe mit Saalbetrieb im Ort, die nur für private Veranstaltungen geöffnet und keinen laufenden Betrieb mehr haben. Außerdem gibt es zwei Gaststätten ohne Saalbetrieb, wovon das Restaurant auf dem Campingplatz nur in der Sommersaison in Betrieb ist. Die Verbände und Vereine tagen seit Einstellung des Schulbetriebes in der ehemaligen Schule, die jedoch dafür nur bedingt geeignet ist. Die Gasthöfe stehen für solch kleinere Tagungen in der Regel nicht zur Verfügung.
Herausforderung für Bürger und Gemeinden
Durch diese Entwicklung sind die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Gemeinden gezwungen, auf das Einzelhandels-angebot in der Gemeinde Hennstedt oder in der Kreisstadt Heide auszuweichen. Auch Touristen, die auf dem direkt an der Eider liegenden Campingplatz verweilen oder eine der zahlreichen Ferienwohnungen in Anspruch nehmen sind gezwungen, in die nächstgrößere Ortschaft zum Einkaufen zu fahren. Neben dem Verlust der örtlichen Grundversorgung konnte auch ein Verlust eines Dorftreffpunktes verzeichnet werden. Dies führt zu einem Verlust der sozialen Kontakte innerhalb der Gemeinden, was sich insgesamt und langfristig negativ auf das Freizeitangebot und die Wohn- und Lebensqualität auswirkt. Eine zentrale Begegnungsstätte für alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Vereine und Organisationen ist im Hinblick auf ein lebendiges Gemeinschaftsleben von großer Bedeutung.
Der Weg zum neuen Treff- und Nahversorgungsort
Die Gemeindevertretung Delve befasst sich seit 2014 mit dieser Thematik. Zur Sicherstellung der zukünftigen Nahversorgung mit Lebensmitteln, Gütern des täglichen Bedarfs, Dienstleistungen und der Durchführung kultureller Veranstaltungen wurde die ehemalige Dorfgemeinschaftsschule als zentraler Standort festgelegt. In mehreren Einwohnerversammlungen in Delve und Hollingstedt wurde klar, dass die Einwohner diese Idee unterstützen würden. Im Frühjahr 2015 wurde die Genossenschaft Treffpunkt Eiderschleife eG gegründet, die innerhalb kurzer Zeit fast 200 Mitglieder gewann und ein Kapital von über 22.000€ von den Mitgliedern zur Verfügung bekam, um die Einrichtung eines neuen Dorfladens zu finanzieren. Dieser Dorfladen wurde im November 2015 eröffnet, nachdem die Gemeinde den Raum vorbereitet hatte. Das erste halbe Jahr des Dorfladens ist außerordentlich erfolgreich verlaufen, die Zustimmung in der Bevölkerung ist groß. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme wurde ein Standortcheck der BBE Handelsberatung mit positivem Ergebnis durchgeführt und von der Gemeinde entschieden, die Rahmenbedingungen für die Installation eines MarktTreffs zu prüfen.
Ergebnis Standortcheck
Der Standortgrundcheck für den Standort Delve (Juli 2015) kam zu folgender zusammengefasster Bewertung:
• Ein erweitertes Dienstleistungsgebot lässt sich in den multifunktionalen Standort integrieren. Hierfür kann im Rahmen der Machbarkeitsstudie geklärt werden, welche Dienstleistungen vermisst werden und in Anspruch genommen würden.
• Ein Treff-Angebot (persönliche Treffmöglichkeit, Versammlungs- und Veranstaltungsraum) kann in den sanierten und umgestalteten Baukörper integriert werden. Im Rahmen des Gesamtprojektes und auf Grund des Erfolges des Dorfladens und des großen Zuspruches aus der Bevölkerung von Delve, Hollingstedt und Wallen soll nun der nächste Schritt getan werden. Die ehemalige Schule soll zum zentralen MarktTreff umgebaut werden. Dabei sind die Optimierung des Dorfladens, die Errichtung eines Treffpunktes mit Sitzgelegenheiten, die energetische Sanierung des Gebäudes, der Umbau mehrerer Räume für Dienstleistungen (z.B. Friseur, Kosmetik, Fußpflege, Praxis, Beratung, Vorträge) und die Verbesserung der Verkehrs- und Parkplatzsituation angedacht.

Projektziele
Übergeordnetes Ziel ist es, mit Hilfe der Errichtung eines MarktTreff ein interkommunales und multifunktionales Dorfzentrum der drei Dörfer Delve, Hollingstedt und Wallen zu schaffen.
Qualitative Ziele
• Sicherung der Grundversorgung im ländlichen Raum
• Bündelung unterschiedlicher Nutzungen
• Steigerung der Wohn- und Lebensqualität und Förderung der Dorfgemeinschaft
• Interkommunale Zusammenarbeit
• Bürgerbeteiligung
Quantitative Ziele
• Erstellung eines MarktTreff-Konzeptes und Detailplanung

Projektträger: Gemeinde Delve
Ansprechpartner: Petra Tautorat
Projektlaufzeit: August 2016 - Februar 2017
Gesamtinvestition: 30.000 € (60 % der Netto-Förderung)