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G60 - Modellprojekt JugendMobil - Jugendarbeit im ländlichen Raum

Mit dem Modellprojekt Jugendmobil wird die Jugendarbeit im ländlichen Raum erleichert.

Modellprojekt JugendMobil – Jugendarbeit im ländlichen Raum

In der AktivRegion Südliches Nordfriesland gibt es bislang über 30 Einrichtungen für Kinder und Jugendliche.Diese Einrichtungen tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, dass auch der ländliche Raum für Familien attraktiv bleibt und unterstützen die regionale Bindung und die soziale Entwicklung. Durch den demographischen Wandel werden zunehmend mehr Einrichtungen für Kinder und Jugendliche bedroht. Aufgrund der niedrigen Geburtenraten leben im ländlichen Raum weniger Personen unter 25 Jahren.  Brechen jedoch die Infrastruktureinrichtungen weg werden auch keine Familien mehr in die ländlichen Gebiete ziehen. Daher wurde bereits 2009 das Projekt „Vernetzung der Jugendarbeit“ ins Leben gerufen, wobei das Amt Nordsee-Treene die Trägerschaft übernahm. Das Ziel des Projektes war es verschiedenen Einrichtungen im Bereich Kinder und Jugend besser zu vernetzen und größere Transparenz zu schaffen. Im Zuge des Projektes wurde eine Internetseite geschaffen, auf der sich die Einrichtungen vorstellen können und ein gemeinsamer Veranstaltungskalender eingerichtet worden ist. Durch die neu geschaffene Transparenz und Kooperationen erhöht sich das Angebot für Kinder und Jugendliche und die Jugendeinrichtungen stellen sich nachhaltiger auf. Zur Weiterentwicklung und dem verbesserten Praktikabilität des Projektes verfolgt der Arbeitskreis Kinder und Jugend der AktivRegion Südliches Nordfriesland, das Ziel die Vernetzung durch eine Verbesserung der Mobilität der Kinder und Jugendlichen zu erhöhen. Innerhalb des Arbeitskreises sind sowohl die Jugendzentren vertreten, als auch das Sozialzentrum und die Agentur für Arbeit sowie Ehrenamtliche aus dem Aufgabenbereich Jugend und Kinder. Durch die Erhöhung der Mobilität soll es allen Kindern und Jugendlichen möglich gemacht werden, die Angebote der verschiedenen Jugendeinrichtungen zu nutzen. Die Kinder und Jugendlichen wohnen weit verstreut innerhalb der Dörfer Nordfrieslands. Immer häufiger sind beide Elternteile berufstätig, so dass den Kindern nur der ÖPNV bleibt, der häufig vor allem in den Abendstunden und am Wochenende unzureichend ist. Ein Beispiel aus der Praxis: Für einen Theaterkurs des Jugendzentrums Sankt Peter-Ording nehmen viele Kinder und Jugendliche bereits weite Wege auf sich, beispielsweise aus Tönning, die diese jedoch jedes Mal vor neue Herausforderungen stellen und die jedes Mal neu organisiert werden müssen. Dadurch ist eine regelmäßig Teilnahme schwierig.
Das geplante JugendMobil, ein Kleinbus mit insgesamt neun Sitzen, wird es möglich machen die Kinder und Jugendlichen einzusammeln und zu den Angeboten zu bringen. Dabei kann jeder mit Führerschein der Klasse B das Fahrzeug fahren. Die Fahrer werden ehrenamtlich über die Jugendeinrichtungen organisiert. Im Beispiel des Mädchentreffs Ostenfeld haben sich bereits zwei der Jugendlichen freiwillig gemeldet, einer ist von Beruf Busfahrer. Die Lösungen können jedoch vor Ort individuell gelöst werden.

Projektziele:
Durch das Modellprojekt JugendMobil wird das Ziel verfolgt, das Angebot der bestehenden Jugendeinrichtungen für die Kinder und Jugendlichen erreichbar zu machen. Dadurch erhöhen sich die tatsächlichen Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen und die Lebensqualität wird gesteigert. Auch Angebote des Arbeitsamtes oder Veranstaltungen zum Thema Ausbildung und Praktikum können gemeinsam organisiert werden. Die gemeinsame Durchführung und Organisation von Aktionen wird perspektivisch auch die Zusammenarbeit der Jugendeinrichtungen befördern. Dadurch wird das bereits laufende Projekt „Vernetzung der Jugendarbeit“ hervorragend weiterentwickelt. Der nachhaltige Betrieb der Jugendzentren wird verbessert, da aufgrund der erhöhten Mobilität der Jugendlichen eine größere Zahl an potenziellen Teilnehmern entsteht. Darüber hinaus wird auch ein niedrigschwelliges Angebot für schwer erreichbare Jugendliche geschaffen – die derzeit nicht die Möglichkeit haben die Angebote der Einrichtungen im Jugendbereich wahrzunehmen. Demnach wird ein Beitrag geleistet, um den Folgen des demographischen Wandels im ländlichen Raum aktiv zu begegnen. Die Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil der Jugendkultur. Das Bedürfnis nach selbstbestimmter Mobilität gehört zu dem Erwachsen werden. Mobilität ist Voraussetzung für die eigenständige Suche nach neuen Freunden, Orten und Kontakten. In den Grenzen der AktivRegion ist die eigenbestimmte Mobilität sehr eingeschränkt. Dabei wird das JugendMobil keine Ergänzung des ÖPNVs darstellen, sondern individuelle Mobilität ermöglichen, die auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendliche und deren Wohnorte abgestimmt ist. So können vor allem Kinder direkt vor der Haustür abgeholt werden.

Kooperationspartner
Die Projektinhalte wurden in Zusammenarbeit folgender Kooperationspartner erarbeitet:

  •     AktivRegion Südliches Nordfriesland
  •     Arbeitskreis Kinder und Jugend
  •     Jugendzentren
  •     Einrichtungen im Kinder und Jugendbereich
  •     Agentur für Arbeit
  •     Sozialzentrum
  •     Ehrenamtliche aus dem Bereich Kinder und Jugend
  •     Ehrenamtliche (Fahrer)

Bei der Umsetzung des Projektes wird außerdem ein enger Austausch mit den Jugendeinrichtungen der AktivRegionen angestrebt.


Projektträger: Kreisjugendring Nordfriesland
Ansprechpartner: Ute Babbe
Projektlaufzeit: Februar 2013 bis Oktober 2013
Gesamtinvestition: 33.915,00 € (Zuschuss der Europäischen Union 6.844,44€; Zuschuss Kreis Nordfriesland 5.600,00€)

Förderung LPLR alt