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Kranich – Grus grus

Kraniche

„Kruii-Kro“! Der durchdringend trompetende Ruf des Kranichs schallt durch die Vorfrühlingslandschaft – ein von Naturfreunden jedes Jahr wieder sehnsüchtig erwartetes Ereignis. Kraniche lassen sich bei uns am besten im wald- und moorreichen Herzogtum Lauenburg beobachten, wo die Brutpaardichte dieser Vögel besonders hoch ist. Erfreulicherweise ist der Kranich jedoch inzwischen auch in vielen anderen Gegenden von Schleswig-Holstein, wie den Mooren der Eider-Treene-Sorge-Niederung wieder zu Hause.

Lebensraum und Verbreitung in Schleswig-Holstein
Der Kranich brütet in feuchten Erlenbruchwäldern, in und an Mooren oder in Verlandungszonen von Seen, denn hier bietet der hohe Wasserstand einen ausreichenden Schutz vor Bodenfeinden. Während der Brutzeit leben die Vögel scheu und zurückgezogen. Zur Nahrungssuche ziehen die Familien gerne auf Feuchtgrünland. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt in Schleswig-Holstein im Kreis Herzogtum Lauenburg. Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich der Kranich von Lauenburg ausgehend in Richtung Nordwesten ausgebreitet und Moor- und Sumpflandschaften im Östlichen Hügelland und auf der Geest bis hin zur dänischen Grenze erobert.

Bestand und Bestandsentwicklung
Nach einem lang anhaltenden Rückgang brüteten in den 1960er Jahren nur noch sechs Paare im Südosten des Landes. Intensive Schutzmaßnahmen, wie Wiedervernässung von Mooren und Erlensümpfen führten zunächst zu einer Verdichtung des lokalen Bestandes und dann zu einer westwärts gerichteten Ausbreitung. 2006 brüteten über 250 Paare in Schleswig-Holstein. Vor einigen Jahren wurde auch die Eider-Treene-Sorge-Niederung besiedelt. Mittlerweile brüten hier in den vernässten Mooren mindestens 5 Paare, Tendenz steigend.

Gefährdung und Schutz
Da der Kranich während der Brutzeit sehr störungsempfindlich ist, sollten die Brutplätze und Nahrungsreviere vor Störungen durch Erholungssuchende, aber auch durch Landwirtschaft, Forst und Jagd geschützt werden. Kranichfamilien sind auf Grünland angewiesen, weshalb im zunehmenden Umbruch von Grünlandstandorten eine Gefahr für die Art liegt. Zudem sind Kraniche durch Anflug an Freileitungen gefährdet, weshalb Leitungen in der Nähe von Kranichbrutorten abgebaut oder zumindest markiert werden sollten. Die Art ist zurzeit nicht gefährdet.