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Rohrweihe – Circus aeruginosus

Ein Greifvogel gaukelt in geringer Höhe über Röhrichtfelder, um sich dann plötzlich ins Schilf fallen zu lassen – das kann nur die Rohrweihe sein. Durch ihre V-förmig gehaltenen Flügel und den langen Schwanz ist sie sofort als Weihe zu erkennen. Das Weibchen leuchtet mit einer weithin sichtbaren gelblichen Kopfplatte, das buntere Männchen ist schokoladenbraun gefärbt mit grauen Flügeln und grauem Schwanz.

Lebensraum und Verbreitung in Schleswig-Holstein
Die Rohrweihe brütet vor allem in Schilfröhrichten, und zwar am liebsten in dichten Schilfbeständen auf sumpfigem Untergrund. Die Art ist verhältnismäßig anpassungsfähig und nimmt auch kleinere Schilfflächen als Bruthabitate an. Seit den 1970er Jahren haben Bruten in Ackerflächen zugenommen. Schwerpunkte der Verbreitung sind die Marschen Nordfrieslands, die zunehmend verschilfenden Speicherköge an der Westküste, die Eider-Treene-Sorge-Niederung sowie die gewässerreiche Jungmoränenlandschaft Ostholsteins.

Bestand und Bestandsentwicklung
Nach neuesten Erhebungen dürfte der Rohrweihenbestand bei über 700 Paaren liegen. Die Art wurde in früheren Zeiten erbittert verfolgt und bis 1970 gab es eine Jagdzeit vom1. August bis 31. März. Nachdem eine ganzjährige Schonzeit für Greifvögel eingeführt wurde, erholten sich die Bestände. Gegenüber 1980 hat sich der schleswig-holsteinische Brutbestand knapp verdreifacht. In der Eider-Treene-Sorge-Niederung brüten ca. 30 Paare.

Gefährdung und Schutz
In Schilfgebieten mit Reetmahd sollten größere zusammenhängende Altschilfbestände ausgespart bleiben. Röhrichte an Seeufern sollten vor intensiver Freizeitnutzung, insbesondere Bootsverkehr, geschützt werden. Die Art ist zur Zeit nicht gefährdet.