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Wachtelkönig – Crex crex

Obwohl die wenigsten bisher einen Wachtelkönig zu Gesicht bekommen haben, gehört er zu den präsentesten Vogelarten in den Medien – verzögerte doch ein Vorkommen der Vögel ein Bauprojekt in Hamburg. Wie viele andere Rallenarten lebt der Wachtelkönig scheu und zurückgezogen und verbirgt sich meist in der dichten Vegetation. Auffallend ist allein sein Ruf – ein durchdringendes, in stillen Nächten über mehrere Kilometer hörbares „crrex crrex“. Eine Nachtexkursion in eine Flussniederung mit dem Konzert einer ganzen „Rufgruppe“ des Wachtelkönigs ist ein unvergessliches Erlebnis.

Lebensraum und Verbreitung in Schleswig-Holstein
Überschwemmungswiesen in Flussniederungen, Niedermoorflächen, Verlandungszonen und Feuchtbrachen sind Lebensraum des Wachtelkönigs. Der Vogel bevorzugt feuchte oder staunasse Flächen, die allerdings während der Brutzeit nicht mehr unter Wasser stehen dürfen. Ein Teil der Vögel siedelt in Brachen und einzelne Rufer sind in Getreidefeldern nachgewiesen worden. Verbreitungsschwerpunkte des Wachtelkönigs in Schleswig- Holstein sind die Flussniederungen, insbesondere von Trave und Alster sowie von Eider, Treene und Sorge, wo die Art überwiegend extensiv genutztes Grünland besiedelt. Zudem kommen regelmäßig größere Rufgruppen in den unbeweideten Vorländern von Eider und Elbe sowie in den Sukzessionsbrachen im Beltringharder Koog vor.

Bestand und Bestandsentwicklung
Der Landesbestand des Wachtelkönigs schwankte in den Jahren 1997 bis 2003 überwiegend zwischen 200 und 500 Revieren. Im Ausnahmejahr 1998 wurden ca. 350 Rufer erfasst und die Population sogar auf 500 bis 1000 Reviere geschätzt. Langfristig hat der Bestand nach einem wahrscheinlich drastischen Rückgang vor 1950 und einem Tief um 1990 seit Ende der 1990er Jahre wieder zugenommen. Seit 2003 weist die Art jedoch wieder Bestandsrückgänge auf. Der Landesbestand wird heute auf 100-300 Rufer geschätzt. In der Eider-Treene-Sorge-Niederung liegt der Bestand bei ca.25 Rufern.

Gefährdung und Schutz
Durch Entwässerung und Nutzungsintensivierung sind weite Gebiete des Landes für den Wachtelkönig unbesiedelbar gemacht worden. Da in Zukunft mit steigendem Nutzungsdruck auf die gesamte Landschaft auch eine Abnahme von Brachflächen zu erwarten ist, sind Maßnahmen zur Kompensation dieses Verlustes an Lebensraum nötig. Zur Verbesserung der Situation des Wachtelkönigs und anderer Vögel offener Landschaften sind verschiedene Instrumente denkbar: Vertragsnaturschutz auf kleinen Niederungsflächen mit später Mahd nach dem 15. August, Flächenankauf für den Naturschutz mit anschließender extensiver Bewirtschaftung sowie mittelfristig die Umsetzung großflächiger Renaturierungsprojekte in Flussauen mit Wiederherstellung natürlicher Wasserregime der Flüsse. Der Wachtelkönig wird auf der Roten Liste Schleswig-Holsteins als vom Aussterben bedroht (Rote Liste1) geführt.