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Weißstorch - Ciconia ciconia

Weißstorch

Lebensraum und Verbreitung in Schleswig-Holstein
Der Weißstorch sucht seine Nahrung auf möglichst feuchten und extensiv genutzten Wiesen und Weiden in offenen Landschaften und brütet an oder auf Gebäuden. Die Verbreitungsschwerpunkte in Schleswig-Holstein liegen in der Eider-Treene-Sorge-Niederung und im Südosten des Landes. Die Westküstenmarschen sind nur noch randlich mit Einzelpaaren besiedelt.

Bestand und Bestandsentwicklung
Über die Bestandsentwicklung beim Weißstorch liegen seit rund 100 Jahren genaue Zahlen vor. Brüteten 1907 in Schleswig-Holstein noch 2.670 Storchenpaare, waren es 1951 nur noch 814. Nach einer vorübergehenden Erholung bis 1958 gingen die Storchenbestände in den folgenden Jahrzehnten mit der anhaltenden Entwässerung von Feuchtgrünland weiter kontinuierlich zurück. Der bisherige Tiefstand wurde 2005 mit nur 170 Paaren erreicht. Insgesamt hat sich seit Anfang der 1990er Jahre der Brutbestand trotz nur noch kleinräumig günstiger Bedingungen auf niedrigem Niveau stabilisiert, was teilweise auf die kontinuierliche Zuwanderung von Störchen aus den osteuropäischen Verbreitungszentren zurückzuführen ist (2006: 200 Horstpaare). In der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge brüteten im Jahr 2008 rund 50 Storchenpaare.

Gefährdung und Schutz
Entwässerung und Grünlandumbruch haben die Nahrungshabitate des Weißstorchs in weiten Teilen des Landes vernichtet oder entwertet. Zudem ist der Weißstorch durch Anflug an Stromleitungen und Windkraftanlagen und durch direkte Verfolgung in den Überwinterungsgebieten gefährdet. Um die Ernährungssituation zu verbessern, sollten extensiv genutzte und periodisch überschwemmte Grünlandflächen erhalten oder wiederhergestellt werden. Mittelspannungsleitungen sollten so weit wie möglich verkabelt und Hochspannungsleitungen gut markiert werden. Der Weißstorch wird auf der Roten Liste Schleswig-Holsteins als stark gefährdet (Rote Liste 2) geführt.