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Zwergschwan - Cygnus bewickii

Zwergschwan

Der Zwergschwan ist etwas kleiner als der Singschwan, hat einen kürzeren Hals und einen weniger lang gezogenen Kopf, der gelbe Fleck am Schnabel ist trapezförmig und nicht länglich wie beim Singschwan. Jungvögel, die mit ihren Eltern ziehen, sind gräulich mit einem rosafarbenen Schnabelfleck. Der Zwergschwan brütet in der Tundra am Eismeer und nutzt für seinen Zug in die Überwinterungsgebiete in Westeuropa nur einen schmalen Zugkorridor entlang der südlichen Ostseeküste. In Schleswig-Holstein ist der Zwergschwan vor allem auf dem Heimzug im Spätwinter zu beobachten, wenn die Schwäne vor dem weiten Flug in die Brutheimat in Niederungsgebieten äsen, um Kraftreserven zu tanken.

Lebensraum und Verbreitung in Schleswig-Holstein
Der scheue Zwergschwan bevorzugt zur Nahrungssuche weite, wenig gestörte Grünlandniederungen mit einem größeren Rast- und Schlafgewässer in der Nähe. Hauptrastgebiete in Schleswig-Holstein sind die Eider-Treene-Sorge-Niederung mit bis zu 4.200 rastenden Zwergschwänen sowie angrenzende Gebiete am Nord-Ostsee-Kanal südwestlich Rendsburg.

Bestand und Bestandsentwicklung
Im Jahr 2005 lagen die Rastbestandsmaxima bei einem landesweiten Bestand von 7400 Vögeln. Seit Anfang der 1990er-Jahre haben die Rastbestände des Zwergschwans in Schleswig-Holstein deutlich zugenommen. Die in Nordwesteuropa überwinternde Zwergschwanpopulation umfasst gegenwärtig rund 20 000 Vögel. Der schleswig-holsteinische Maximalrastbestand entspricht gut 30 Prozent dieser Population. Damit kommt Schleswig-Holstein eine große Verantwortung für den Schutz des Zwergschwans zu. Die Rastbestandszunahme in Schleswig-Holstein verläuft gegen den Trend, denn in vielen anderen Überwinterungsgebieten nimmt die Art seit Ende der 1990er Jahre stark ab. Weltweit gesehen zählt der Zwergschwan mit insgesamt nur etwa 20 000 Brutpaaren zu den vergleichsweise seltenen Arten.

Gefährdung und Schutz
Die vom Zwergschwan genutzten Niederungen sollten vor einem großflächigen Grünlandumbruch geschützt werden. Die Nahrungsgebiete sind nur teilweise in die Schutzgebietskulisse einbezogen, wodurch auch Vergrämung und Abschuss zu einem Problem werden können. Während der Anwesenheit der Zwergschwäne sollten ungestörte Nahrungsflächen und Schlafplätze zur Verfügung stehen.