Großes Geld für kleine Projekte

Ab sofort Anträge für das Regionalbudget bei der AktivRegion Südliches Nordfriesland einreichen

Erfde-Bargen Ein Waldklassenzimmer in Husum, der Spiel- und Fitnessparcours in Rantrum oder die Kirchturmbeleuchtung in Tönning sind nur drei Beispiele von insgesamt 17 Projekten, die dieses Jahr über das Regionalbudget realisiert werden konnten. Auch im kommenden Jahr wird das stark nachgefragte Förderprogramm wieder angeboten.

Kommunen und private Träger können sich ab sofort bei der AktivRegion Südliches Nordfriesland um einen Zuschuss für ihre geplanten Projekte bewerben. Diese können mit bis zu 80 Prozent gefördert werden, wobei die Gesamtinvestition 20.000 Euro brutto nicht überschreiten darf. Regionalmanagerin Miriam Templin erklärt die Vorzüge: „Gerade für kleinere Gemeinden bietet das Förderprogramm große Chancen. Viele unterschiedliche Ideen lassen sich mithilfe des Regionalbudgets umsetzen und so die Lebensqualität in den einzelnen Gemeinden steigern. Daher freuen wir uns über eine Fortführung des beliebten Förderprogramms.“

Für das kommende Jahr werden wieder 200.000 Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) beantragt. Sollte der Fördertopf überzeichnet sein, entscheiden Projektbewertung und Eingangszeitpunkt über die Förderung. Anträge können bis zum 14. Februar 2025 beim Regionalmanagement eingereicht werden. Für 2025 gibt es voraussichtlich eine verkürzte Umsetzungsfrist von ca. 8 bis 12 Wochen, die bei Projekteinreichung zu berücksichtigen ist. Die Projekte müssen bis zum 31.10.2025 umgesetzt und abgerechnet sein. Alle Antragsunterlagen sowie der Zeitplan sind auf der Website der AktivRegion abrufbar.

Hinweis: Die Gewährung von Zuwendungen steht grundsätzlich unter dem Vorbehalt und der Freigabe der Mittel durch die Haushaltsgesetzgeber des Bundes und des Landes. Die bewilligten Mittelansätze müssen im gesetzlich festgestellten Haushaltsplan durch die jeweiligen Parlamente bestätigt werden und bilden die Rechtsgrundlage für den Erlass des Verwaltungsaktes in Gestalt des Zuwendungsbescheides durch das Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung als zuständige Bewilligungsbehörde zugunsten der Zuwendungsempfänger. Solange keine rechtgültigen Haushaltspläne aufgestellt sind, steht die Zusage einer möglichen Förderung über das Regionalbudget unter einem sogenannten Haushaltsvorbehalt. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht grundsätzlich nicht.

Foto: © ETS GmbH

Bewerbungsfrist läuft – Attraktive Förderung für kleine Projekte

AktivRegion Eider-Treene-Sorge startet Aufruf für das Regionalbudget 2025

Erfde-Bargen Auch im kommenden Jahr profitieren Kommunen und private Träger in der Eider-Treene-Sorge-Region wieder vom Kleinförderprogramm Regionalbudget. Antragsteller können sich auf eine Förderung von bis zu 80 Prozent bewerben, wobei die Gesamtinvestition 20.000 Euro nicht überschreiten darf.

„Die Neugestaltung der Kanuanlegestelle Tetenhusen, die Aufwertung des Heimatmuseums Wanderup oder ein Multifunktions-Kofferanhänger für die Wildtierrettung Hennstedt sind nur einige der 16 Projekte, die wir dieses Jahr fördern konnten“, berichtet Levke Brauer, Regionalmanagerin der AktivRegion Eider-Treene-Sorge. „Das Regionalbudget bietet gerade kleineren Gemeinden eine große finanzielle Unterstützung. Besonders die hohe Förderquote von bis zu 80 % der Bruttokosten macht das Förderprogramm so attraktiv“, erklärt Brauer.

Für das Jahr 2025 vergibt die AktivRegion wieder insgesamt 200.000 Euro, finanziert aus dem Bundesförderprogramm Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes. Sollte der Fördertopf überzeichnet sein, entscheiden Projektbewertung und Eingangszeitpunkt über die Förderung. Anträge können bis zum 14. Februar 2025 beim Regionalmanagement eingereicht werden. Für 2025 gibt es eine verkürzte Umsetzungsfrist von 8 bis 12 Wochen, die bei Projekteinreichung zu berücksichtigen ist. Die Projekte müssen bis zum 31.10.2025 umgesetzt und abgerechnet sein. Alle Antragsunterlagen sowie der Zeitplan sind auf der Website des Vereins zu finden.

Hinweis: Die Gewährung von Zuwendungen steht grundsätzlich unter dem Vorbehalt und der Freigabe der Mittel durch die Haushaltsgesetzgeber des Bundes und des Landes. Die bewilligten Mittelansätze müssen im gesetzlich festgestellten Haushaltsplan durch die jeweiligen Parlamente bestätigt werden und bilden die Rechtsgrundlage für den Erlass des Verwaltungsaktes in Gestalt des Zuwendungsbescheides durch das Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung als zuständige Bewilligungsbehörde zugunsten der Zuwendungsempfänger. Solange keine rechtgültigen Haushaltspläne aufgestellt sind, steht die Zusage einer möglichen Förderung über das Regionalbudget unter einem sogenannten Haushaltsvorbehalt. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht grundsätzlich nicht.

KI erhält Einzug ins Kreisarchiv Nordfriesland

AktivRegion Südliches Nordfriesland fördert zwei Projekte

Husum Auf der letzten Vorstandssitzung konnten sich zwei Projektträger über eine Förderzusage freuen. Für die Radstation Husum des Diakonischen Werks soll eine mobile Fahrradwaschanlage angeschafft und zwei Personalstellen eingerichtet werden. Im Kreisarchiv Nordfriesland soll mithilfe von moderner Technik und Künstlicher Intelligenz die Vergangenheit digital und für alle leicht zugänglich werden.

Die beiden Leitziele des Kreisarchivs Nordfriesland sind die Digitalisierung für einen leichten und inklusiven Zugang der Einwohner sowie der Aufbau einer modernen historischen Bildungs- und Jugendarbeit. „Unsere Archive sind nicht nur Aufbewahrungsorte alter Schriftstücke. Sie sind erlebbare Geschichte“, so die Archivleiterin Sara Toschke. Durch die Anschaffung eines Archiv- und Mikrofilmscanner kann ein Zugang zum Archivgut geschaffen und Teile der Bestände digitalisiert werden. Handschriftliche Texte werden durch KI schnell und ohne Vorkenntnisse von Schrifttypen wie Sütterlin und Kurrent lesbar. Durch die Digitalisierung und Einbindung von Künstlicher Intelligenz zur Transkription historischer Quellen soll das Kreisarchiv zu einem frei zugänglichen Forschungszentrum, insbesondere für Schüler, werden. „Das Kreisarchiv ist das Gedächtnis des Kreises. Umso wichtiger ist es, das Wissen, welches wir schützen, auch kostenfrei und inklusiv für alle Menschen bereitzustellen“, erklärt Toschke das Ziel dahinter. Im Rahmen des zweijährigen Projektes sollen zudem zwei Personalstellen geschaffen werden. Die Gesamtinvestition des Kooperationsprojektes mit drei AktivRegionen aus dem Kreis Nordfriesland beträgt 226.452,04 Euro, wovon 55.717,74 Euro über die AktivRegion Südliches Nordfriesland gefördert werden sollen.

Die Radstation am Husumer Bahnhof ist eine Maßnahme des Diakonischen Werks Husums, die die Fahrradvermietung und -verleih, eine kleine Service-Werkstatt sowie einen Verwaltungs-Point mit Buchungsreservierung umfasst. „Mit dem Erwerb einer mobilen Fahrradwaschanlage soll unser Angebot erweitert und noch mehr Kunden akquiriert werden. Das sind zum Beispiel Hotels, Jugendherbergen oder Bildungseinrichtungen, die über einen eigenen Fahrradbestand verfügen, der regelmäßig gepflegt werden soll. Kunden können direkt aufgesucht werden und die Dienstleistung vor Ort erbracht werden“, so Manfred Hansen von der Radstation Husum. Dafür wird zusätzliches Personal benötigt, welches die entsprechenden Mitarbeiter anleitet und sich unter anderem um die Akquise, die Öffentlichkeitsarbeit und Auftragsabwicklung kümmern soll. Bisher gibt es in Husum keine mobile Fahrradwaschanlage. Die Anlage hat ihren festen Standort in der Radstation, es ist ein Einsatz zu diversen Veranstaltungen wie Messen oder Bauernmärkten geplant. Das Projekt wird mit 146.060,67 Euro veranschlagt, wovon 83.131,66 Euro über die AktivRegion gefördert werden sollen.

Als neues Mitglied wurde Betina Breucha in die AktivRegion Südliches Nordfriesland aufgenommen.

Sobald die Bewilligung des Landesamtes für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung vorliegt, können die genannten Maßnahmen mit Unterstützung der AktivRegion umgesetzt werden.

Die Projekte werden gefördert aus dem Landesprogramm ländlicher Raum (LPLR) Schleswig-Holstein auf Initiative des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Foto: © Sara Toschke, Kreisarchiv

Modernisierung der Dorfgemeinschaftshäuser in Klein Bennebek und Süderdorf

Neue Förderprojekte der AktivRegion Eider-Treene-Sorge

Sophienhamm Auf der letzten Vorstandssitzung konnten sich gleich fünf Projektträger über eine Förderzusage freuen. Das Haus der Vereine in Klein Bennebek sowie das Dorfgemeinschaftshaus in der Gemeinde Süderdorf sollen attraktiver gestaltet werden. Die Reitclub-Sparte des SV Blau-Weiß Löwenstedt erhält Fördergelder für die Erweiterung seiner Pferdesportanlage. Dithmarschen Tourismus möchte die qualitative Weiterentwicklung der touristischen Radinfrastruktur fördern lassen. Die Schaffung einer hauptamtlichen Stelle zur Befähigung der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung ist das Ziel der Brücke Dithmarschen.

In der Gemeinde Klein Bennebek gibt es ein reges und vielseitiges Vereinsleben. In der Alten Schule finden unter anderem Übungsabende des Musikzuges, Sportangebote sowie der Jugendtreff statt. Um das Angebot zu erweitern, die Räumlichkeiten vielseitiger nutzbar zu machen und das Ehrenamt zu stärken, sollen entsprechende Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. „Die Sanitäranlagen sind auf Kinder ausgerichtet und von Erwachsenen teilweise nicht optimal nutzbar. Die vorhandene Beleuchtung soll durch energiesparende LED-Beleuchtung ersetzt werden“, beschreibt Thomas Petersen, Bürgermeister von Klein Bennebek, einzelne Maßnahmen. „Das WLAN wird ausgebaut und die Küchenzeile wird erneuert. So wird das Gebäude an die heutigen Gegebenheiten angepasst und die langfristige Nutzung gesichert“, ergänzt Petersen. Insgesamt werden für das Projekt 53.475,77 € veranschlagt, wovon die AktivRegion 31.456,33 € tragen will.

Das Dorfgemeinschaftshaus „Uns Dörpshus“ ist der Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft in der Gemeinde Süderdorf. Das Gebäude steht unter anderem für Vereins- und Dorffeste sowie für Sitzungen zur Verfügung. „Wir wollen das Dorfgemeinschaftshaus modernisieren und barrierefrei zugänglich machen“, erklärt Bürgermeister Hagen Billerbeck das Vorhaben. Als Handlungsgrundlage für die Umbaumaßnahmen wurde mit Hilfe einer externen Beraterin und einer Bürgerbeteiligung ein Gestaltungskonzept für das Dörpshus erstellt. Die sanitären Anlagen sollen barrierefrei umgebaut werden. Die Außenanlagen werden umgestaltet und die Fenster energetisch optimiert. „Die Beleuchtung ist für abendliche Sitzungen zum Teil nicht ausreichend. Um die Beleuchtung zu verbessern und Energie einzusparen, sollen die vorhandenen Leuchtmittel durch eine LED-Beleuchtung ausgetauscht werden“, ergänzt Billerbeck. Eine neue Terrassenüberdachung erweitert die Nutzungsmöglichkeiten des Hauses. Die Fördersumme des Projekts beträgt 100.000,00 € bei einer Gesamtinvestition von 233.121,96 €.

Die Reitclub-Sparte des SV Blau-Weiß Löwenstedt von 1964 e.V. beantragt eine Erweiterung der Pferdesportanlage in Löwenstedt. Mit etwa 320 Mitgliedern macht der Reitclub ca. 40 % der Gesamtmitglieder im Sportverein aus. Durch die hoch frequentierte Nutzung der Sportstätte entspricht die Reitanlage nicht mehr den notwendigen Anforderungen an einen modernen Pferdesportstandort. Vor allem der Außenreitplatz weist erhebliche Mängel auf. Daher werden weitere, ganzjährig nutzbare Plätze benötigt. Ein Ebbe-Flut-Reitplatz und ein Longierzirkel sollen Abhilfe schaffen. Durch das Ebbe- und Flutsystem erfolgt eine automatische Be- und Entwässerung des Platzes. „Der neue Platz wird die Reithallen deutlich entlasten und die Möglichkeit eröffnen, mehrere Unterrichtseinheiten parallel durchzuführen“, erklärt Thies Jensen vom Reitclub Löwenstedt. Für die nötige Beleuchtung soll eine neue LED-Flutlichtanlage sorgen. Aus dem für die Vorbereitung der Maßnahmen erforderlichen Bodenaushub soll ein Besucherwall aufgeschüttet werden, sodass Zuschauer bei Turnieren und Veranstaltungen einen guten Überblick über die Anlage haben. Insgesamt werden für das Projekt 352.940,91 Euro veranschlagt, wovon die AktivRegion Eider-Treene-Sorge 100.000,00 € tragen will.

Zwei Kooperationsprojekte werden zusammen mit der AktivRegion Dithmarschen gefördert. Die Lokale Tourismusorganisation Dithmarschen hat in den vergangenen Jahren das touristische Kreisradwegenetz überarbeitet, Themenradrouten entwickelt und nach Kriterien des ADFC analysiert. Die Bestandsanalyse hat gezeigt, dass es noch einige Lücken in der Radinfrastruktur gibt und die Aufenthaltsqualität auf den Radwegen erhöht werden kann. Daher soll die touristische Radinfrastruktur weiterentwickelt werden. „Die Themenradrouten sollen nach den Kriterien des ADFC erfasst und in einem Qualitätsmanagementsystem bewertet werden. 12 Infotafeln werden an den Startpunkten installiert“, sagt Timo Niehörster, Infrastrukturmanager bei Dithmarschen Tourismus e.V. Durch eine neue „Dithmarschen-Route“ sollen die bestehenden Themenradrouten vernetzt und das touristische Kreisradwegenetz weiter gestärkt werden. Die geplanten Maßnahmen stärken die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen touristischen Regionen. „Zukünftig wird sich der Landkreis Dithmarschen als Radfahrdestination etablieren. Dies fördert die Stärkung Dithmarschens als zertifiziertes, nachhaltiges Reiseziel“, erklärt Niehörster das Ziel des Projektes. Insgesamt werden für das Kooperationsprojekt mit der AktivRegion Dithmarschen 40.466,91 € veranschlagt, wovon die AktivRegion Eider-Treene-Sorge 3.224,24 € tragen will.

Das zweite Kooperationsprojekt ist die Schaffung einer hauptamtlichen Stelle zur Befähigung der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung. Die Stelle ist auf drei Jahre angelegt. „Eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist nicht nur gesetzlich verankert, sondern sollte in Dithmarschen höchste Priorität haben“, so Ulrich Juhl von der Brücke Dithmarschen e.V. Um Menschen mit Behinderung tiefergehend unterstützen zu können, soll eine Personalstelle geschaffen werden. Neben der Information, Beratung und Befähigung zur Selbstvertretung umfasst das Aufgabenspektrum auch Einzel- und Gruppenberatungen sowie die Netzwerkarbeit. Ein wiederkehrender Kontakt zum Vertrauensaufbau, sowie die Förderung eines besseren Verstehens der Bedürfnisse gehören ebenfalls zum Tätigkeitsfeld. Die AktivRegion Eider-Treene-Sorge beteiligt sich mit einer Fördersumme von 6.613,41 € bei einer Gesamtinvestition von 81.000,00 €.

Sobald die Bewilligung des Landesamtes für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung vorliegt, können die genannten Maßnahmen mit Unterstützung der AktivRegion umgesetzt werden.

Die Projekte werden gefördert aus dem Landesprogramm ländlicher Raum (LPLR) Schleswig-Holstein auf Initiative des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Foto: © Gemeinde Klein Bennebek

Die Zukunft gehört den Mutigen – vor allem im ländlichen Raum

Erfolgreicher Auftakt der Konferenz für ländliche Entwicklung und Engagement

Silberstedt Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung der Eider-Treene-Sorge GmbH, um gemeinsam über die Zukunft des ländlichen Raumes zu diskutieren. Die erste Konferenz für ländliche Entwicklung und Engagement (KLEE) fand Ende September in der Festhalle Silberstedt statt und wurde von den AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland initiiert.

In ihrer Eröffnungsrede findet Staatssekretärin Anne Benett-Sturies vom Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz klare Worte: „Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, in den Kommunen zu einer Steigerung der Attraktivität und einer Verbesserung der Lebensverhältnisse beizutragen.“ Zukunftsforscher Prof. Dr. Ulrich Reinhardt appelliert an die Anwesenden, mehr Mut zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. Anhand konkreter Zahlen zeigt er optimistische Perspektiven für die Zukunft des Landes auf. „Wir haben ein Problem mit dem Begriff Scheitern. Wir müssen lernen, dass Scheitern kein Problem ist, sondern eine Chance“, so Reinhardt. „Wir müssen mutig sein und mehr Verantwortung übernehmen“, ergänzt der Zukunftsforscher. Verlässlichkeit, Vertrauen und Verantwortung wurden als zentrale Werte für eine erfolgreiche Zukunft genannt.

In den darauffolgenden Podiumsdiskussionen, unter anderem mit Frank Schütz von der Dorfbewegung Brandenburg, Julia Nissen, Deutschlands erster digitaler Bürgermeisterin und Jörg Bülow, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages, wurde über Perspektiven und Herausforderungen für lebenswerte Dörfer diskutiert. Auch hier war der einstimmige Tenor der Beteiligten: Mehr Mut und Vertrauen zu haben.

Zehn verschiedene Fachforen vertieften einzelne Themen, wie das kommunale Ehrenamt, innovative medizinische Versorgung oder die Digitalisierung und die Zukunft der Nahversorgung. Hier wurde lebhaft und teils auch kontrovers diskutiert. In den Pausen gab es genügend Zeit bestimmte Themen zu vertiefen, zum Netzwerken oder sich mit den Projektträgern und Partnern an einen der zahlreichen Infostände auszutauschen. Die AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland haben neben zwei Fachforen auch einen Infostand betreut. Das Repair Café aus Husum oder der Soccer-Cage aus Viöl sind nur zwei Beispiele geförderter Projekte, zu denen man sich vor Ort informieren konnte.

„Wir freuen uns, dass diese Veranstaltung so gut angenommen wurde und können uns durchaus eine Fortsetzung vorstellen“, so das positive Fazit der Eider-Treene-Sorge GmbH. Zusammen mit den rund 200 anwesenden kommunalen Akteuren, Ehrenamtlichen und Interessierten aus ganz Schleswig-Holstein wurden erste Impulse gesetzt. Die Veranstalter fassen zusammen: „Die KLEE hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und aktiv das Leben in den Gemeinden zu gestalten. Die Botschaft ist: Ja, du kannst die Zukunft hier und jetzt gestalten – du selbst musst es aber auch wollen und mutig sein.“

Naturerlebnisraum Katinger Watt soll attraktiver werden

AktivRegion Südliches Nordfriesland fördert zwei Projekte

Horstedt Auf der letzten Vorstandssitzung konnten sich zwei Projektträger über eine Förderzusage freuen. Das Amt Eiderstedt möchte eine Lotsenstelle für die digitale Gründungs- und Nachfolgeplattform in Garding etablieren. Eine Machbarkeitsstudie zur Evaluation und Attraktivierung des Naturerlebnisraumes Katinger Watt wird von der Kreisjägerschaft Eiderstedt in Auftrag gegeben.

Der Naturerlebnisraum Katinger Watt besitzt 22 interaktive Stationen mit Informationen, Spiel- und Bildungsmöglichkeiten. Dabei werden alle Altersgruppen angesprochen. Um das Katinger Watt innovativ und qualitativ weiterzuentwickeln, möchte die Kreisjägerschaft Eiderstedt eine Machbarkeitsstudie durch einen Naturraum- und Landschaftsplaner durchführen lassen. Im Fokus dabei stehen die Bestandsaufnahme der aktuellen Situation unter Berücksichtigung verschiedener Rahmenbedingungen sowie die Einbindung und Akquise von Kooperationspartnern durch Beteiligungsverfahren. Dadurch soll der Naturerlebnisraum zukunftssicher aufgestellt werden. „Am Ende der Planungsarbeit soll ein Entwicklungskonzept stehen, in dem die Interessen aller Partner und Akteure repräsentiert werden und Handlungsempfehlungen zur weiteren Umsetzung definiert sind. Idealerweise mit zukünftigen Umsetzungs- und Finanzierungsmodellen“, erklärt Ranjet Biermann von der Eiderstedter Kreisjägerschaft das Projekt. Die Gesamtinvestition beträgt 22.576,49 Euro, wovon 15.177,47 Euro über die AktivRegion gefördert werden sollen.

Existenzgründungen und Nachfolgeplanung sind nach wie vor ein zeitaufwendiger und komplexer Prozess. Durch eine digitale Gründungs- und Nachfolgeplattform, angesiedelt beim Amt Eiderstedt, soll dieser Prozess vereinfacht und beschleunigt werden. Für eine erfolgreiche Vermarktung dieser Plattform wird eine Lotsenstelle für drei Jahre ausgeschrieben. „Gründern soll ermöglicht werden, alle notwendigen Verwaltungsverfahren über eine digitale Anlaufstation, der digitalen Gründungs- und Nachfolgeplattform, abwickeln zu können“, erklärt Dr. Ilja-Kristin Seewald, Projektkoordinatorin des Amtes Eiderstedt. Die technische Entwicklung der Plattform wird über das Landesprogramm Offene Innovation, vertreten durch DigitalHub.SH, gefördert und betreut. Die Plattform soll bis Ende März 2025 entwickelt sein. Die Lotsenstelle wird erste Ansprechpartnerin für Gründungsinteressierte und für die Nachfolgeplanung. Zudem ist sie unter anderem für die Vermarktung, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Vernetzung mit bereits bestehenden Gründungszentren zuständig. „Ziel ist es, die Gründungskultur in Eiderstedt zu stärken sowie die Nachfolgeplanung der Unternehmen zu unterstützen, um so Unternehmen und Arbeitskräfte nach Eiderstedt zu bringen“, ergänzt Matthias Hasse, Amtsdirektor von Eiderstedt. Das Projekt wird mit 127.050 Euro veranschlagt, wovon 71.064 Euro über die AktivRegion gefördert werden sollen.

Sobald die Bewilligung des Landesamtes für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung vorliegt, können die genannten Maßnahmen mit Unterstützung der AktivRegion umgesetzt werden.

Als neues Mitglied wurde Susanne Hermerding von der Lebenshilfe Husum gGmbH in die AktivRegion Südliches Nordfriesland aufgenommen.

Die Projekte werden gefördert aus dem Landesprogramm ländlicher Raum (LPLR) Schleswig-Holstein auf Initiative des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Foto: © Ranjet Biermann

Neue Geschäftsführung der Eider-Treene-Sorge GmbH

Yannek Drees übergibt Leitung an Annika Freitag / Ralf Tiessen übernimmt ab April 2025

Erfde-Bargen Nach fast 11 Jahren im Unternehmen verlässt Geschäftsführer Yannek Drees die Eider-Treene-Sorge GmbH. Sein Nachfolger wird im kommenden Jahr Ralf Tiessen, derzeit Vorsitzender der AktivRegion Eider-Treene-Sorge e. V.

„Ralf Tiessen kennt sich bestens im Fördergeschäft aus. Durch sein langjähriges Engagement als ehrenamtlicher Bürgermeister von Christiansholm ist er mit der kommunalen Perspektive und den aktuellen Herausforderungen vertraut“, begründet die Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Birgit Meier, die Entscheidung. Der Journalist und gelernte Bankkaufmann sei in der Region verwurzelt und kenne die Menschen, was ein großer Vorteil sei, so Meier weiter. Interimsmäßig wird Frau Annika Freitag, bisher Assistenz des Geschäftsführers Yannek Drees, das Unternehmen führen. „Annika Freitag hat sich um die Eider-Treene-Sorge GmbH verdient gemacht. Wir sind ihr dankbar, dass sie Verantwortung übernimmt und so maßgeblich dazu beiträgt, den Übergang zu gestalten“, erklärt Meier. Ab dem 01.04.2025 übernimmt dann Ralf Tiessen das Ruder.

Drees, seit 2014 im Unternehmen und seit 2021 dessen Geschäftsführer, nimmt eine neue Herausforderung an. „Als kaufmännischer Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein darf ich künftig einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass wir ein starkes und funktionierendes Gesundheitssystem haben“, so Drees. Trotz der reizvollen Aufgabe fällt ihm der Abschied nicht leicht. „Ich habe täglich mein Bestes für die Region, die AktivRegionen und die Eider-Treene-Sorge GmbH gegeben“, erklärt Drees. Er hat in dieser Zeit Projekte umgesetzt, das Unternehmen modernisiert und den Übergang der EU-Förderperioden erfolgreich gestaltet. Auch habe er Freundschaften geschlossen und vieles gelernt, so der 37-Jährige. „Für das Erlernte und das Vertrauen, das mir so viele Menschen geschenkt haben, empfinde ich Dankbarkeit“, so Drees.

Mit einem eingespielten Team, modernen Büros im Bargener Stapelholm-Huus, einem großen Netzwerk und langfristigen Verträgen mit den AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland bis 2029 ist das Unternehmen solide aufgestellt. Zuletzt machte es mit der Konferenz für ländliche Entwicklung und Engagement (kurz: KLEE), der ersten Konferenz dieser Art in Schleswig-Holstein, auf sich aufmerksam.