Eider-Treene-Sorge GmbH
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Der ländliche Raum als Gestaltungsraum

Staatssekretärin und Landtagsmitglieder diskutierten mit Regionalentwicklern/Empfehlungen aus der Praxis für die neue EU-Förderperiode.

Diskutierten vor Ort über die Regionalentwicklung: Olaf Prüß (Region Nord), Andreas Hein (MdL), Karsten Jasper (Eider-Treene-Sorge GmbH), Hauke Göttsch (MdL), Heiner Rickers (MdL), Staatssekretärin Kristina Herbst, Anette Röttger (MdL) und Klaus Jensen (MdL).
Diskutierten vor Ort über die Regionalentwicklung: Olaf Prüß (Region Nord), Andreas Hein (MdL), Karsten Jasper (Eider-Treene-Sorge GmbH), Hauke Göttsch (MdL), Heiner Rickers (MdL), Staatssekretärin Kristina Herbst, Anette Röttger (MdL) und Klaus Jensen (MdL).

Erfde-Bargen Der Fraktionsarbeitskreis „Agrar und Umwelt“ der CDU und Staatssekretärin Kristina Herbst informierten sich im Stapelholm-Huus über die Praxis der Regionalentwicklung im ländlichen Raum. Die Regionalmanager der Eider-Treene-Sorge GmbH und der Sprecher der AktivRegionen, Olaf Prüß (Region Nord), diskutierten mit den Gästen auch über Verbesserungsmöglichkeiten im AktivRegion-Prozess.
 
Anhand von Beispielprojekten zeigten Michael Helten, Joschka Weidemann und Yannek Drees auf, in welchen Bereichen mithilfe der AktivRegionen bereits erfolgreiche Maßnahmen umgesetzt wurden. Im Tourismus etwa gewann das Filmprojekt „Wissen, bei wem man wach wird“ den ADAC-Tourismuspreis 2015 und auch 2017 überzeugte man hier mit „Eingecheckt und aufgedeckt“, das Landwirtschaft und Tourismus zusammenbringt. Mit „Leading Rein“ entstand in privater Trägerschaft in Haselund ein pferdegestütztes Therapieangebot in Kombination mit Mentaltrainings für Führungskräfte. Und der Rufbus Eiderstedt verknüpft Daseinsvorsorge, Tourismus und Klimaschutz durch die Erprobung alternativer Mobilitätsangebote im ländlichen Raum.

Kristina Herbst, Staatssekretärin im Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein, zeigte sich beeindruckt von den dargestellten Projekten. Als besonderes Merkmal der AktivRegionen-Arbeit hob sie die Übertragbarkeit der geförderten Maßnahmen hervor. „Modellhafte Projekte wie derzeit etwa das Dörpsmobil aus Klixbüll können in die Regionen getragen werden und weit über Gemeindegrenzen hinaus wirken“, so Herbst. Zugleich zeigte sich Herbst offen dafür, Verbesserungsvorschläge aus der täglichen Arbeit mitzunehmen und für die Ausgestaltung der kommenden Förderperiode einzubringen.

Tatsächlich wiesen die Regionalmanager darauf hin, dass in der praktischen Umsetzung der EU- und Landesvorgaben immer wieder unnötige Hürden für Projektträger und Regionalmanagements entstünden. Insbesondere der bürokratische Überbau werde in den Regionen kritisch gesehen, erklärte Weidemann. „Jede der mittlerweile bis zu elf Prüfstellen will sich gegenüber der nächsthöheren absichern“, so der Regionalentwickler. Letztlich würden die zuständigen Stellen dadurch genötigt, Verfahrensregeln immer weiter zu verschärfen. Nicht nur Kommunen, sondern auch private Investoren würden durch das immer komplexere und aufwendigere Programm mit seinen kaum noch zu überblickenden Prüfinstanzen abgeschreckt, so Weidemann. Dabei müsse es doch das Ziel sein, gerade diese „Motoren der Regionalentwicklung“ zu gewinnen.
 
Viele Forderungen hinsichtlich der zukünftigen Weichenstellung für ELER-Mittel (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) wurden bereits durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft unter dem Titel „ELER-RESET“ zu Papier gebracht. Auch aus Schleswig-Holstein wird es hierzu ein Positionspapier geben. Zu den Verbesserungs-vorschlägen aus der praktischen Arbeit der 22 Regionalmanagements im Land soll bis Mitte 2019 in Zusammenarbeit mit der Akademie für die ländlichen Räume (ALR) das Strategiepapier „Ländliche Entwicklung SH 2030“ entstehen. Darin werden die konkreten Empfehlungen zu Entwicklungsstrategien, Evaluierung und Förderbedingungen zusammengefasst.
 
Dem Sprecher der AktivRegionen, Olaf Prüß, ist gerade die langfristige Perspektive wichtig: „Wir müssen bereits jetzt die Fördermöglichkeiten für die nächsten zehn Jahre im Blick haben.“ Das Ziel müsse es sein, so Prüß weiter, mehr Gestaltungsraum für die Bundesländer zu erwirken. Eine große Stärke der AktivRegionen in Schleswig-Holstein sei es doch, mit einem flächendeckenden Ansatz zugleich regionale Schwerpunkte zu fördern. Dabei gebe es jedoch einiges zu verbessern, weshalb das Strategiepapier einen hohen Stellenwert habe. Prüß fasste die Empfehlungen zusammen: „Den flächendeckenden Ansatz müssen wir beibehalten und weiter stärken. Größere Maßnahmen können, wie teilweise bereits praktiziert, über Wettbewerbe gefördert werden“. Des Weiteren gelte es die Ortskernentwicklung weiter auszubauen. Diese betreffe gerade die vielen kleineren Gemeinden in Schleswig-Holstein, die im Gegensatz zu den Zentralorten von der Städtebauförderung ausgeschlossen seien. Über allem stehe die Anforderung an die Politiker, den ländlichen Raum an erster Stelle anhand seiner Potenziale zu begreifen. „Wir sollten über einen Gestaltungsraum und Chancen sprechen, wenn wir über das Land reden“, so Prüß.

Der Arbeitskreis-Vorsitzende Heiner Rickers bedankte sich herzlich bei Geschäftsführer Karsten Jasper für die informative wie fachlich wichtige Diskussion und lobte den langjährigen Einsatz für die Region – seit fast zwanzig Jahren ist die Eider-Treene-Sorge GmbH im Dienste des ländlichen Raums aktiv. Rickers betonte auch die Aufgabe der Politik, die Entwicklung im ländlichen Raum positiv zu beeinflussen. „Wichtig ist es aber auf der anderen Seite, dass aus den Regionen auch Forderungen artikuliert werden“, so Rickers. Er begrüße es daher, wenn Probleme wie in diesem Fall offen benannt und diskutiert würden. Nur dann könne man praxistaugliche Lösungen finden.