Eider-Treene-Sorge GmbH
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Eider-Treene-Sorge GmbH feiert Geburtstag

Zwei Jahrzehnte Regionalentwicklung in der Flusslandschaft

Kristina Hofmann und Stefan Ploog klönten mit Moderator Yannek Drees über die Anfänger der AktivRegion Eider-Treene-Sorge.
Kristina Hofmann und Stefan Ploog klönten mit Moderator Yannek Drees über die Anfänger der AktivRegion Eider-Treene-Sorge.

Schwabstedt Am 5. Oktober 1999 kamen die Vertreter von zehn Amtsverwaltungen im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins zusammen, um eine Gesellschaft zu gründen, die die Entwicklung der Region rund um die Flüsse Eider, Treene und Sorge fördern sollte. Die Wegbereiter und -begleiter der Eider-Treene-Sorge GmbH feierten jetzt im Hotel zur Treene deren zwanzigsten Geburtstag.

Mehr als 100 Gäste wurden im Festsaal des ehrwürdigen Schwabstedter Hotels durch den Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung, Thomas Klömmer, begrüßt. Die Gesellschaft, die laut Vertrag darauf ausgerichtet sei, „aus Gründen des öffentlichen Wohls die Wirtschaftskraft in der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge zu fördern“, so Klömmer, sei stets an einer nachhaltigen ökologischen und ökonomischen Entwicklung orientiert gewesen. Neben dem Einwerben von Fördermitteln sei es bis heute eine zentrale Aufgabe, die Interessen regionaler Akteure zu bündeln und den Kommunen und Bürgern ein starkes Netzwerk zur Seite zu stellen. Klömmer dankte allen, die an der Entwicklung der Eider-Treene-Sorge GmbH beteiligt gewesen seien und verwies unter Bezugahme auf Dirk Reese, Amtsvorsteher des Amtes Hohner Harde, auf die durch sie „gelebte Solidarität“ und das übergeordnete Ziel, das Kirchturmdenken zu überwinden.

Geschäftsführer Karsten Jasper nahm die Anwesenden anschließend mit auf eine Zeitreise in die ersten Jahre des Unternehmens, die er selbst – damals noch als Gesellschafter – mit erlebt und geprägt hatte. Anhand von Presseschlagzeilen und seiner persönlichen Sicht auf die Ereignisse führte er durch die Entwicklung vom Ein-Mann-Unternehmen im Amtsgebäude in Norderstapel (heute: Stapel) bis hin zur heutigen Form mit sechs festen Mitarbeitern im Bargener Stapelholm-Huus. Das Unternehmen selbst, so Jasper, habe sich in einem stetigen Prozess weiterentwickelt, immer mit Blick auf die Bedarfe der Amtsverwaltungen, Gemeinden und Bürger, zu deren Wohl sie gegründet worden sei. Dabei fanden sich ehemalige Mitarbeiter, Gesellschafter und Weggefährten auf Fotos und in Anekdoten aus 20 Jahren wieder, die der Geschäftsführer mit dem Publikum teilte. Nicht ohne Stolz blickte Jasper zurück und wünschte sich auch für die Zukunft eine so positive Entwicklung der Institution, die heute nicht mehr wegzudenken sei.

Weitere Perspektiven auf die Geschichte der Eider-Treene-Sorge GmbH bot Moderator Yannek Drees, der persönliche Gespräche mit einzelnen Gästen führte. Zu diesem Zweck hatte das Team des Hotels zur Treene auf der Bühne ein elegantes Wohnzimmer eingerichtet, auf dem in entspannter Atmosphäre über die zurückliegenden Jahre und Jahrzehnte geklönt wurde. Unter anderem sprach dort Helmut Mumm, der 14 Jahre lang Vorsitzender der Gesellschafterversammlung war und sich gut gelaunt und auch ein wenig wehmütig an diese Zeit erinnerte: „Ich war immer besonders gern bei den Sitzungen und Treffen der GmbH und wir haben zusammen vieles für die Region erreicht“, erinnerte sich Mumm. Dies habe ihm dann auch sehr gefehlt, zumal er damals auch das Amt als Bürgermeister von Bergenhusen abgegeben hatte. Heute denke er aber mit Freude an diese Zeit zurück und er sei glücklich, nun schon den 20-jährigen Geburtstag der Organisation zu feiern.

Einer der Gründerväter des Eider-Treene-Sorge-Radwegs, Herbert Schauer, erzählte vom damaligen Engagement des „RABS“, einer gemeinnützigen Rendsburger Beschäftigungsgesellschaft, bei der Entwicklung des beliebten Fernradwegs. Viele, die an seiner Entstehung beteiligt waren, waren auch bei der Gründung der Eider-Treene-Sorge GmbH involviert. Besonders hob Schauer den beispiellosen Einsatz Ludwig Thormählens hervor, der von 1991 bis 2001 Koordinator der Landesregierung Schleswig-Holstein für die Entwicklung des Eider-Treene-Sorge-Gebietes war. Thormählen sei es gewesen, so Schauer, der ihn damals in seiner Funktion als Geschäftsführer der RABS gGmbH angesprochen habe. Nach positiven Erfahrungen mit der touristischen Erschließung des Ochsenweges habe man dann im Jahre 2000 auch den Eider-Treene-Sorge-Radweg mithilfe von Langzeitarbeitslosen vollenden können. Noch heute, erklärte Moderator Yannek Drees, sei der Radweg ausgesprochen beliebt und wichtiger Motor für den Tourismus in der Region – seine Gründung zeige wie jene der Eider-Treene-Sorge GmbH von großer Weitsicht der damaligen Akteure.

Auch Kristina Hofmann, ehemalige Regionalmanagerin der AktivRegion Eider-Treene-Sorge, und Stefan Ploog, fast zehn Jahre lang Vorsitzender des Vereins, wurden auf das „rote Sofa“ gebeten. Bei ihnen stand zunächst die Eingewöhnungszeit im Fokus – schließlich kam Hofmann, die ursprünglich aus Franken stammt und auch heute wieder dort lebt, gerade aus Neuseeland und musste sich dann direkt an Stapelholmer Sprech- und Lebensgewohnheiten gewöhnen. „Das lief aber trotz der wirklich ungewohnten Umgebung sehr angenehm, ich wurde herzlich aufgenommen“, gab Hofmann preis. Stefan Ploog, damals Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Oeversee, hatte zu dieser Zeit den Vorsitz der AktivRegion inne. Beide erinnerten sich amüsiert an die Veranstaltungsreihe „Mein Dorf hat (k)eine Zukunft“, die an ungewöhnlichen Orten stattfand. Der Haken dabei: Nicht immer fand man die Infrastruktur so vor wie erwartet. In einem ehemaligen Baumarkt in Meggerdorf etwa war mitten im Winter die Heizung ausgefallen, es wurde aber entschieden, die Veranstaltung mit ein wenig norddeutscher Beharrlichkeit trotzdem durchzuführen – nur eben in Winterjacken.

Etwas komplizierter verlief die erste Verständigung AktivRegion Südliches Nordfriesland, für die Henriette Schindler 2009 als erste Regionalmanagerin bei der Eider-Treene-Sorge GmbH angestellt wurde – kompliziert allerdings allein in sprachlicher Hinsicht: Mit Schindlers sächsischer Herkunft und dem plattdeutschen Urgestein Röhe trafen damals sprachliche Welten aufeinander, obwohl die Regionalmanagerin das Plattdeutsche durchaus haben verstehen können. Auch der Moderator wusste um das Leid von komplett auf Platt durchgeführten Sitzungen. „Da kommt schon man schon mal ins Schwitzen, wenn alles schnell und richtig mitgeschrieben werden soll“, erinnerte sich Drees an die ersten aus wirren eigenen Notizen zu verfassenden Presseartikel vor mehr als fünf Jahren. In Erinnerung blieben Schindler und Röhe eine Vielzahl an spannenden Projekten und der herzliche Umgang miteinander, sodass sich beide gern an diese prägende wie verbindende Zeit erinnern.