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23 - Regionaler Marktplatz Christiansholm

Im Rahmen einer halbtägigen Zukunftswerkstatt enstand das Projekt " Regionaler Marktplatz" um das Leben in Christiansholm noch lebenswerter zu gestalten.

Die Gemeinde Christiansholm, vor etwas mehr als 250 Jahren als Kolonistendorf entstanden, liegt am westlichsten Rand des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Im Dorf leben etwa 230 Einwohner. Geprägt ist der Ort durch die B 202, eine wichtige Querachse zwischen Nord- und Ostsee im mittleren Schleswig-Holstein, die sich durch die Gemeinde zieht.

Seit Jahrzehnten ist der ländliche Strukturwandel im Ort spürbar. Die Gemeinde Christiansholm ist bestrebt, sich den künftigen Herausforderungen zu stellen. Dieses Streben ist auch in den Aktivitäten des Vereinslebens abzulesen. Der Sportplatz mit angrenzendem Jugendheim des Angelsportvereins, Feuerwehrgerätehaus und dem 2016 mit viel ehrenamtlichen Engagement umgerüsteten MarktTreff als Dorf- und Kommunikationszentrum bilden den Mittelpunkt des Gemeindelebens. Die Gemeinde Christiansholm wählte das Instrument einer Zukunftswerkstatt – mit dem Ziel, die Einwohner künftig noch intensiver in künftige Entwicklungsprozesse einzubinden.Gestartet wurde im Januar 2017 mit einer Fragebogenaktion. Die Rücklaufquote lag bei knapp 30 Prozent und hat jede Menge kreative Ideen zutage gefördert. Im Rahmen einer halbtägigen Zukunftswerkstatt am 4. März 2017 haben 50 Einwohner aus Christiansholm und Meggerholm Lösungsansätze zu diesen Schwerpunktthemen diskutiert. Ziemlich schnell kam es unter anderem zu kreativen Ideen in Form eines Projektes mit dem Titel „Regionaler Marktplatz“. Die Gemeinde sowie eine von fünf ehrenamtlich geführten Projektgruppen, die sich nach der Zukunftswerkstatt gebildet hatten, schnürten diese Ideen zu einem Konzept zusammen.

Die Grundidee des Regionalen Marktplatzes wurde geboren und erfüllt folgende drei Ansprüche:
1.) Die bestehenden Ressourcen im Dorf nachhaltiger und intensiver zu nutzen
2.) Gewünschte Ressourcen, die nicht im Dorf vorhanden sind, kostengünstig und dauerhaft ins Dorf zu holen
3.) Es allen zu ermöglichen, die außerhalb des Dorfes liegenden Ressourcen zu erreichen

Den Mittelpunkt des Regionalen Marktplatzes bildet ein Verkaufsautomat mit Lebensmitteln aus der Region – auch als Regiomat bekannt. Dieser deckt den Wunsch nach regionalen Produkten zu fairen Preisen. Eier zum Frühstück, Grillfleisch und Biokäse aus der Umgebung sind künftig nur noch wenige Meter von der Haustür entfernt und 24 Stunden am Tag sowie an sieben Tagen in der Woche erreichbar. Der Standort ist an der B 202 gewählt, direkt vor dem Dorf- und Kommunikationszentrum MarktTreff. Dort soll ein Markt- und Parkplatz entstehen, der neben den Parkmöglichkeiten für die Konsumenten auch Raum für weitere Verkaufsfahrzeuge, wie z.B. Bäcker, Eiswagen, Metzger, etc. ermöglicht, die in regelmäßigen zeitlichen Abständen das Angebot je nach Bedarf erweitern und ausbauen. Am Regionalen Marktplatz wird es ergänzend eine Mitfahrbank geben, durch die der solidarische Gedanke weiter an Gewicht gewinnt. Produktneuheiten im Regiomaten, alle Leistungen der Tauschbörse sowie regionale Freizeit- und Dienstleistungsangebote werden zudem digital im Internet und per WhatsApp unterstützt, um eine große Reichweite innerhalb der Dorfgemeinschaft zu erlangen. Alle Leistungen der Tauschbörse werden allein durch Ehrenamt gepflegt.
Der Regionale Marktplatz ist von entscheidender Bedeutung, um – trotz des Verlustes von Infrastruktur – das Miteinander im Dorf beizubehalten, beziehungsweise zu verbessern.Der Regionale Marktplatz macht das Leben in ländlich strukturierten Regionen noch lebenswerter und hat einen innovativen Modellcharakter für das künftige Leben im Dorf.

Projektziele:
Versorgung der Einwohner mit einer Auswahl an Lebensmitteln, die in der Region produziert werden.

  •  Werbung für die Region durch den Verkauf von regional produzierten Lebensmitteln, da auch viele Pendler, Tagesgäste und Urlauber den Regiomat nutzen werden.
  • Stärkung des bürgerlichen Engagements durch aktive Einbeziehung in künftige Entwicklungsprozesse.
  •  Förderung sozialer Kontakte, die gerade im Dorfleben von entscheidender Bedeutung sind. In Zeiten, in denen soziale Medien immer dominanter werden, gewinnt ein Regionaler Marktplatz als solide Kommunikationsplattform an Bedeutung. Positiv ist zu sehen, dass die Fragebogenaktion sowie die Zukunftswerkstatt der Gemeinde Christiansholm gezeigt haben, dass dies auch von jüngeren Menschen gewünscht wird.
  • Beitrag zur Verbesserung von Mobilität auf dem Land durch Mitfahrbank und Informationen von Mitfahrgelegenheiten
  • Aufrufe zu gemeinsamen Aktivitäten wie Kinderfasching, Fußballspiel, Lerngruppen, Sauberes Dorf werden durch das Schwarze Brett beim Regiomat für alle Dorfbewohner sichtbar – ein erster Austausch beginnt an Ort und Stelle
  • Abbau der Wegwerfgesellschaft: Die Welt des Tauschens fördert das Bewusstsein zum intelligenten Konsum. Ein Vertikutierer kann mehr als nur einmal im Jahr allein vom Besitzer benutzt werden und sollte ein Kühlschrank unmittelbar vor dem Urlaub noch halb voll sein – Menschen aus der Nachbarschaft können vielfältig in Form eines Tauschgeschäftes profitieren.
  • Vernetzung und Verbreitung von regionalen Angeboten von Dienstleistern – insbesondere von Freizeitangeboten und Tourismus

Projektinhalte:

  • Regiomat zum Verkauf regional produzierter Lebensmittel
  • Servicegebäude (circa 4x4m). Es ist neben dem Wetterschutz für den Regiomat die Plattform für das Büchertauschregal, die Tauschbörse diverser Produkte und ehrenamtlicher Dienstleistungen (Schwarzes Brett), digitale Infoquelle für Einheimische und Auswärtige sowie eine Sitzgelegenheit als Klönbank
  • Digitaler Info-Bildschirm
  • Park- und Marktplatz vor dem Dorf- und Kommunikationszentrum der Gemeinde
  • Als Ergänzung zum Mobilitätskonzept der AktivRegion Eider-Treene-Sorge soll eine Mitfahrbank bereitgestellt werden.


Projektträger: Gemeinde Christiansholm
Ansprechpartner: Ralf Tiessen (1. stv. Bürgermeister)
Ansprechpartner: Jürgen Rathen (Mitarbeiter der Verwaltung)
Projektlaufzeit: Januar 2018 – Januar 2019                       
Gesamtinvestition: 49.511,96€ (brutto)
Förderung: 29.707,17€ (Förderquote 60% netto)